118 VII. Die Gemeinde und der Kultus. vasatba-Feier, zu einer bloßen Form herab, da alle Differenzen schon vorher ausgetragen wurden. Das war alles, was man in alter Zeit Kultus nennen konnte. Schon sehr früh scheint sich aber ein Reliquiendienst und die Ver ehrung heiliger Stätten herausgebildet zu haben. Im Maba- parinibbänasntta gibt Buddha selbst dem Änanda vier Stätten an, die für einen gläubigen Mann aus guter Familie sehenswert und herzbewegend seien: der Ort, wo der Buddha geboren wurde, wo er die Erleuchtung erlangte, wo er zuerst das vorzüglichste Rad des Gesetzes in Bewegung setzte (d. h. wo er zuerst gepredigt hat, S. 27), und wo er ins Pariuirväua eingegangen ist. Zu diesen Orten sollen die gläubigen Mönche und Nonnen, Laien und Laienschwestern gehen, und allen, die auf einer solchen Pilgerfahrt reinen Herzens sterben, wird verheißen, daß sie nach Auflösung des Leibes jenseits des Todes im Himmel wiedergeboren werden. Dasselbe 8utta erzählt, daß nach Buddhas Tode die zum Bud dhismus sich bekennenden Könige, Adelsgeschlechter und einzelne Geistliche Boten zu den Mallas schickten und einen Teil seines Körpers als Andenken verlangten. Die Mallas schlugen ihnen aber die Bitte ab, weil der Herr in ihrem Gebiete gestorben sei. Um Streit zu vermeiden, wußte der Brahmane vrona die Mallas zu bewegen, die Reliquien Buddhas in acht Teile zu zerlegen und jedem der Bittenden einen Teil zu übergeben, vrona selbst be kam den Wasserkrug Buddhas, und die Mauryas von Pipphali- vana, bereit Bote erst nach der Verteilung ankam, die Kohlen, auf denen Buddha verbrannt worden war. Alle errichteten über ihren Reliquien ein Monument aus Steinen und Erde, einen Stupa, Pali Thupa (woher „Tope“) und feierten ihnen zu Ehren ein Fest. Ein Stupa braucht nicht immer Reliquien zu ent halten. Der Hügel allein dient schon zum Andenken an irgendeine Person oder ein Ereignis. Werden in ihn Reliquien gelegt, so heißt dieser Raum im Innern, der sie einschließt, Dbätugarbha, Pali Dhätugabbba, „Reliquienbehälter". Daraus ist im Singhale- sischen v 8 g a b a entstanden, wonach wir von einem v a g o b e sprechen. Irrtümlich werden Tope und Dagobe oft einander gleichgesetzt. Der Reliquiendienst trat später im Buddhismus ganz an die Stelle unseres Gottesdienstes und ist zu üppiger Blüte gelangt. Besonders berühmt ist der Angenzahn Buddhas, über den ein eigenes Werk handelt. Später wurden auch Bilder des Buddha angefertigt, zu denen im nördlichen Buddhismus die der Pratye-