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Jeder  Erwerbsfähige  kommt  wohl  einmal  in  die  Lage,
Gelder  für  kürzere  oder  längere  Zeit  anlegen  zu  können
bezw.  zu  müssen.  Zahlreiche  Möglichkeiten  bieten  sich
hierzu:  Einlagen  bei  Sparkassen  oder  Banken,  Erwerb
von  Hypotheken  oder  Grundstücken,  Eingehen  von  Versicherungen, ­
  Beteiligung  an  Unternehmungen  und  last  not
least:  Ankauf  von  Effekten,  Je  nach  Umständen  wird  bald
dieser,  bald  jener  Art  der  Kapitalsanlage  der  Vorzug  zu
geben  sein.
1.  Sparkassen.
Die  ersten  Spargelder  der  meisten  Menschen  sind  einer
öffentlichen  Sparkasse  an  vertraut.  Fürsorgende  Eltern  und
Verwandte  haben  die  ersten  Einlagen  gemacht,  in  der  Erwartung, ­
  dah  ihr  gutes  Beispiel  zur  Nachahmung  aneifre.
Die  Stadt  Schöneberg  hat  vor  einigen  Jahren  den  Beschluß ­
  gefaßt,  jedem  in  ihren  Mauern  Geborenen  bald
nach  der  Geburt  ein  Sparkassenbuch  mit  einer,  allerdings
für  eine  Reihe  von  Jahren  gesperrten,  Einlage  von  einer
Mark  zu  überreichen.
Während  nach  dem  preuß.  Reglement  vom  12.  Dez.  1838
die  Sparkassen  hauptsächlich  den  Zweck  haben  sollten,
,,besonders  die  armen  Klassen  zur  Sparsamkeit  anzuregen“,
und  wir  auch  demgemäß  in  den  älteren  Statuten  fast  durchgängig ­
  den  Hinweis  finden,  daß  sie  den  ärmeren  Bevölkerungsklassen ­
  dienen  sollen,  werden  heute  die  Sparkassen
von  allen  Bevölkerungsschichten  in  gleicher  Weise  benutzt.
Die  Zahl  der  von  deutschen  Sparkassen  ausgestellten
Sparkassenbücher  belief  sich  1884  auf  6,  1897  auf  12,
1905  auf  18,  und  dürfte  heute  über  20  Millionen  betragen,
d.  h,  beinahe  jeder  dritte  Deutsche  —  Kinder  und  Erwerbsunfähige ­
  mitgerechnet  —  besitzt  heute  ein  Sparkassenbuch
mit  einer  durchschnittlichen  Einlage  von  740  Mark.
Die  Mindesteinzahlung  ist  fast  überall  auf  1  Mark  festgesetzt, ­
  die  Maximalsumme  für  ein  Sparkassenbuch  vielfach
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