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Wer  eine  Kapitalsanlage  in  Effekten  vornimmt,  erstrebt ­
  zweierlei:  das  Kapital  soll  sicher  angelegt  sein,
und  es  soll  einen  möglichst  hohen  Ertrag  abwerfen.
Dazu  soll  weiter  noch  die  Chance  der  Werterhöhung,
d.  h.  eine  Kurssteigerung  treten.
Eine  unbedingte  Sicherheit  gibt  es  bei  der  Kapitalsanlage ­
  nicht.  Jedes  Effekt  ist  Kursschwankungen  unterworfen. ­
  Daß  sich  aus  der  Vergangenheit  nicht  unfehlbare ­
  Schlüsse  auf  die  Zukunft  ziehen  lassen,  dafür  sind
der  beste  Beweis  die  englischen  Konsols.  Von  1850  bis
1896  sind  diese  als  das  sicherste  Papier  des  englischen
Kurszettels  geltenden  Anleihen,  ebenso  wie  auch  die
anderen  englischen  Staatspapiere,  langsam,  aber  sicher
gestiegen.
Durch  Ankäufe  der  englischen  Postsparkassen,  der
Vormünder  für  ihre  Mündel,  des  Staates  selbst  für  den
Tilgungsfonds  wurde  das  zur  Verfügung  stehende  Material ­
  stetig  geringer,  einen  immer  höheren  Kurs  mußte
man  zahlen,  um  die  Anleihen  zu  erhalten.  Da  kam  der
Südafrikanische  Krieg,  der  hohe  Anforderungen  an  den
Geldmarkt  stellte;  auf  die  Hochkonjunktur  war  eine
Zeit  des  geschäftlichen  Niederganges  gefolgt;  die  Versicherungsgesellschaften ­
  sahen  sich  wegen  der  in  San
Francisco  zu  zahlenden  Entschädigungssummen  zu  großen
Verkäufen  in  Staatsanleihen  genötigt.  Dazu  kam,  daß
eine  neue  Gruppe  von  Börsenwerten  geschaffen  wurde,
die  direkt  in  Konkurrenz  mit  den  englischen  Staatsanleihen ­
  trat:  Eine  Reihe  von  Kolonialanleihen  war  in  die
Klasse  der  pupillarisch  sicheren  Papiere  erhoben  worden.
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