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niären  Verhältnissen  des  Kunden  verschieden  erteilen.
Je  vermögender  der  Klient  ist,  desto  höher  verzinsliche
Effekten  kann  ihm  der  Bankier  empfehlen,  da  jener
leicht  in  der  Lage  ist,  das  damit  verknüpfte  Risiko  zu
tragen.  Je  weniger  aber  jemand  besitzt,  desto  sicherer
muh  er  es  anlegen,  desto  weniger  Zinsen  wird  ihm  im
allgemeinen  das  Kapital  bringen.
Der  Kurs  eines  Wertpapiers  ist  nicht  nur  abhängig
von  der  Sicherheit  und  dem  Zinserträge,  d.  h.  von  Verhältnissen, ­
  die  in  dem  Papiere  selbst  liegen,  sondern
auch  von  der  allgemeinen  Lage  des  Geldmarktes  und
von  allgemeinen  Verhältnissen,  wozu  auch  börsentechnische ­
  Ursachen  zu  rechnen  sind.
Eine  Versicherung  gegen  Kursverluste  oder  Zinsausfälle ­
  gibt  es  nicht  —  das  Geschäft  wäre  für  den  Versichernden ­
  zu  riskant.  Nur  gegen  ein  Risiko,  dessen
Höhe  sich  im  voraus  genau  berechnen  läßt:  gegen  Kursverlust ­
  im  Falle  der  Auslosung,  kann  man  sich  bei  den
Banken,  bzw.  bei  Versicherungsgesellschaften,  die  diesen
Geschäftszweig  pflegen,  versichern^).
Der  Effektenbesitzer  kann  sich  aber  gegen  Kapitals-  und
Kursverluste  selbst  versichern,  indem  er,  wie  der  Engländer ­
  sagt,  nicht  alle  Eier  in  einen  Korb  legt,  sondern
sein  Geld  in  verschiedenen  Werten  anlegt.
Selbstverständlich  darf  er  nicht  ganz  beliebige  Werte
wählen,  sondern  diese  müssen  nach  Gruppen  geordnet
zusammengestellt  sein.  Das  Risiko  darf  nicht  etwa  so
verteilt  werden,  da6  jemand  sein  Vermögen  von,  sagen
wir,  100000  M  in  der  Weise  anlegt,  daß  er  dafür  nur
Anleihen  des  Reichs  und  der  deutschen  Bundesstaaten
kauft,  oder  etwa  für  je  10000  M  Anleihen  von  10  deutschen ­
  Städten,  oder  die  Pfandbriefe  von  sämtlichen  deutschen ­
  Landschaften  usw.  Wer  so  verfährt,  der  würde
nur  auf  das  Wohlergehen  des  Deutschen  Reiches  und
der  deutschen  Städte,  bzw.  des  deutschen  ländlichen
’)  S.  darüber  mein  „Geld-,  Bank-  und  Börsenwesen“.  6.  Aufl.
Leipzig  1910.