VIII Zur Erinnerung an Heinrich Wehberg. Denkmal zu setzen. Unsagbar viel verdankt die Bewegung diesem charaktervollen Vorkämpfer, der einen großen, den besten Teil seines Lebens in reinstem Idealismus der Ver tretung der Bodenreformidee gewidmet hat. Aber auch die hervorragenden Verdienste von Arons, Stoffel usw. sollten in Bodenreformkreisen mehr gewürdigt werden, als dies heute der Fall ist. Wenn von Wehberg seit vielen Jahren in der breiten Öffentlichkeit kaum gesprochen wurde, so lag das nicht zum wenigsten an seiner vornehmen Zurückhaltung. Er liebte, wie es in einem ihm gewidmeten Nachrufe im „Tag“ heißt, das laute politische Wesen nicht. Was er zu sagen hatte, hatte er in seinen Schriften niedergelegt, und sehnsuchtsvoll wartete er zwanzig Jahre lang auf die Stunde, da seine Ideen durchdringen würden. Seine ganze Kraft war in dieser Zeit dem Wohle der rheinischen Arbeiter gewidmet, in deren Vereinen er allwöchentlich ein oder mehrere Vorträge hielt, um sie über die Bodenreform und die soziale Frage zu belehren. Als Arzt war er in dieser Zeit erfüllt von seiner Aufgabe, den Nächsten zu helfen. In dem kleinen Kreise, in dem er lebte, suchte er durch sein Wort und sein Bei spiel das Verständnis für die Idee des humanistischen Sozialismus zu wecken. In der Düsseldorfer Bürgerzeitung schrieb er ein Jahrzehnt lang hunderte von Leitartikeln. Erscheint es auch eigenartig, daß er in dieser Zeit nur selten versuchte, über den Bereich der Rheinprovinz hinaus zu wirken, so geht doch aus jenen Tatsachen sein uneigen nütziger Charakter und sein ganz der Menschheit gewidmetes Streben um so schöner hervor. Nie kam es ihm darauf an, daß man von ihm redete. Er wollte Gutes tun, gleich viel welcher Art. Schon in seiner Jugendzeit offenbarte sich dieser ideale Charakterzug in schönster Weise. Als er seine medizinischen Examina aufs glänzendste bestanden hatte, und man ihm