Programm des Humanistischen Sozialismus. 5 künfte, vornehmlich an Grundrente, Zins- und Unternehmer profit. Jeder Versuch des Ankämpfens gegen die Folgen dieser Grundursachen, ohne die Grundursache selbst zu ändern, lenkt daher vomHauptziel ab und ist unfruchtbar und schädlich. Somit befriedigt keine Sozialreform seitens des Staates, die nur ein vorläufiges kleines Linderungsmittel gegen die soziale Not der Lohnarbeiter bietet und den Kern des sozialen Übels außer acht läßt. Als unheilbringender Irrtum erscheint uns aber die Erstrebung des von der kommunistischen Sozial demokratie vielseitig noch befürworteten Zwangsstaates mit Verstaatlichung des Ackerbaues und der Industrie. Viel mehr ist es ein Anachronismus, der gerade bei Vertretern der materialistischen Geschichtsauffasung besonders erstaun lich erscheint, die Menschheit in die Gleichheit kommu nistischer Urzustände zurückführen zu wollen. Im unbeschränkten Privateigentum und dessen Mißbrauch durch arbeitslosen Ertragsgenuß, bestehend in Ansammlung großer Bodenflächen in Einzelhänden und den dadurch emporgeschraubten Pachten und Hypothekenschulden, wo durch Bauern, Handwerker, Unternehmer ausgesogen werden, sehen wir also die Grund- und Hauptursache, aus der mit Naturnotwendigkeit die gegenwärtigen gesellschaftlichen Mißstände hervorgehen mußten. Durchaus falsch ist es, der leider noch herrschenden Anschauung gemäß, das un beschränkte Privateigentum für eine Naturnotwendigkeit zu halten und sich dem Mißbrauche gegenüber auf ein untätiges Gehen- und Geschehenlassen zu beschränken. Wir machen dem Liberalismus den Vorwurf, den so klar zutage liegenden Unterschied zwischen der wirklichen und der vermeintlichen Naturnotwendigkeit nicht erkannt und gewürdigt zu haben. Die noch gegenwärtig so ungerechten Grundlagen der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zustände sind das Erzeugnis der bisherigen wirtschaftlichen Entwicklung und menschlichen Tuns, können aber heute durch die mit den