Programm des Humanistischen Sozialismus. 18 wie das durch gerechte Reformen heute leicht möglich ist. Wir verwerfen jede indirekte Besteuerung, doch wollen wir auf langsamem und organischem Wege die Beseitigung der letzteren erzielen. Die finanzielle Selbständigkeit des deutschen Reiches im besonderen wollen wir vorläufig • durch die Überweisung der Einkünfte aus Bergwerken, Eisenbahnen und Kanälen erreicht sehen. Eine sogennante „einzige Steuer“ (impöt unique, single tax) im Sinne der Physiokraten einführen zu wollen, erscheint uns als Irrtum, -der außerdem krankhaft emporgetriebene Grundwerte zur Voraussetzung hat. Die Physiokratie ist, ähnlich wie andere krankhafte Erscheinungen unserer Übergangsepoche: z. B. ^Antisemitismus und Spiritismus, eine Verirrung. Die Grundzinserträge, die jetzt dem ganz arbeitslosen Einzelerwerb und somit der Volksausbeutung dienen, sind dann das Grundzinseinkommen der Gemeinschaft. Kurzum, was für die Grundzinsreform usw. erforderlich wird, ist ohne Härte durchführbar, und zwar um so mehr, da jedem die Verfügung über Grundeigentum verbleibt. Das Streben nach dem Eigentum und der Nutzverwendung eines Gruudstückes wird also durch dieses Aktionsprogramm nicht berührt, wenn auch in der Übergangszeit den privaten, Bisher möglichen Steigerungen der Baustellenwerte noch besonders durch geeignete Gesetze und Bauordnungen ge- .steuert werden muß. Wir sind überzeugt, daß die Überführung der Grundrente hn die Grundzinsgemeinschaft zur Folge haben würde: 1. Eine solche Steigerung des öffentlichen und privaten Einkommens, daß Mittel zur öffentlichen Schuldentilgung, zur Gewinnung neuen Ackerbodens durch Trockenlegung von Sümpfen und Mooren unter staatlicher Initiative und Leitung, zur besten Volks bildung und zu den verschiedensten gemeinnützigen Zwecken in ausgiebigstem Maße vorhanden sein werden.