22 Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. durch eine Ordnung, welche sich auf schlechte Gesetze stützt, so zum Tiere erniedrigen! Aber nicht allein die sogenannten Lohnarbeiter leiden! Was der sozialen Frage unserer Zeit ihr besonderes Ge präge gibt, ist die Erscheinung, daß nach und nach auch die Berufe und Stände, welche früher an der Ausbeutung der Massen teilnahmen, jetzt selbst unter die Schraube der Ausplünderung gekommen sind. Wir sehen den vordem so mächtigen Adel in dem größten Teile seiner Mitglieder an dem Bande des Buins. Es ist ein Mächtigerer über die Beste des Feudalismus gekommen, der Kapitalismus treibt in viel raffinierterer Weise Straßenraub, als ehedem der Baubritter. Bothschild und Konsorten saugen dem Adel das Mark aus, und in ohnmächtiger Wut sucht dieser sich der unbarmherzigen Vampyre zu entledigen. So rächt sich alle Schuld; denn nicht alles ist mit den Phrasen einer materialistischen Geschichtsauffassung zu ent schuldigen. Selbst der Nachwuchs der Unternehmer sieht sich durch den Mächtigeren in seinen autokratischen Ge lüsten beschränkt: der Mangel an Absatz oder, wie es in diesen Kreisen heißt, die Überproduktion schlägt ihn zu Boden. Aber auch freie Berufe, welche von dem üblen Befinden der Massen lebten, wie Advokaten, Arzte und Apotheker usw., sind aus ihrem zum Teil recht egoistischen Betriebe auf Kosten der sittlichen Ordnung und Gerechtig keit aufgerüttelt, und nur wenige von ihnen sind in der Lage, ein solches Dasein fortzusetzen. Überall also Druck und Sorge um die Existenz, da auch der Mittelstand von Tag zu Tage sich verringert und seine Glieder in das Proletariat sinken. Und so schnell geht der Auflösungsprozeß der bürgerlichen Gesellschaft vor sich, daß, wenn man dem Laufe der Entwicklung nicht Einhalt gebietet, in kurzer Zeit die menschliche Gesellschaft inner halb der zivilisierten Staaten in einige Dutzend Milliardäre,