Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 23 denen alles gehörte, und in den großen Haufen besitzloser Proletarier zerfallen würde. Nun, unsere Hoffnung ist, daß es so weit nicht kommen wird, denn aus solchem Zustande, in welchen die Menschheit, erstickend an ihrem Überflüsse, geraten wäre, würde nur die blutigste aller Revolutionen und die universelle Konfiskation nach kommunistischem Rezept der Sozialdemokratie Rettung bringen können. Haß es aber soweit gekommen ist mit uns, daß wir vor solcher Alternative stehen, ist unsere Schuld, ist der Fluch der Habgier und der Genußsucht, durch welche wir die Menschenrechte der Brüder verachtet haben. "Wohl haben wir große Fortschritte in den Naturwissenschaften gemacht, wohl ist es uns gelungen, an Stelle der Kargheit Reichtümer hervorzuzaubern, mehr als für alle genug. Aber wir haben, da wir die Liebe außer acht ließen, lange vergessen, die gesellschaftlichen Grundlagen den veränderten wirtschaft lichen Bedingungen anzupassen. Nun ist uns der Zwiespalt zwischen sozialer Ordnung und veränderter Produktion so jäh gekommen, daß es nicht wundernehmen kann, wenn sich in den Vorschlägen zur Neuordnung der Gesellschaft eine radikale Überstürzung breit macht, die besonders auch durch den starren Widerstand der beati possidentes gegen .jede Reform genährt wird. Nicht gegen die Sozialdemo kratie ist es nötig, zum Kampfe aufzurufen, da sie bei grundlegenden Reformen bald zerfallen wird, sondern gegen die, welche sich zu Verteidigern der kapitalistisch-aus beuterischen Ordnung aufwerfen, und deren eigentliche Repräsentanten in dem sogenannten Manchestertum ver einigt sind. Man darf kühn sagen, der Feind der Kultur ist nicht der demokratische Sozialismus, sondern das Manchestertum, da ersterer nur durch letzteres zum Ziele gelangen kann. Zum Glück aber kann man behaupten, daß die Reihen des Manchestertums immer mehr gelichtet werden, und Der Sozialis mus.