Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 27 •die Ausbeutung weniger Tüchtiger durch die große Masse. 'Wie ersteres verwerflich, so ist letzteres ebenso un- . annehmbar. Mit diesen Einwänden ist auch der Kern der Gegen- ; gründe gegen den Kommunismus von unserem wirtschaft lichen Standpunkte aus getroffen, nicht aber etwa mit solchen, welche der Begründer der „Freisinnigen Zeitung“ unter dem Titel „Sozialdemokratische Irrlehren“ ins Feld führt. Eugen Richter will die Bestrebungen der Sozialdemokratie :z. B. damit vernichten, daß er ihren Anhängern vorhält, bei einer gleichen Verteilung .der Produktion kämen kaum :200 Mark mehr auf die Familie und deshalb lohne es sich nicht, Räuber und Mörder zu sein. Natürlich sind ihm •Grundrente, Zins und Untemehmerprofit ein Intangibile. Aber weiß er denn nicht, daß die Gütervermehrung infolge der Anhäufung der großen Vermögen in wenigen Händen gehemmt ist, da sich die Konsumtion in umgekehrtem Ver hältnisse zu ihr befindet? Die Produktion wird gewiß bei gerechter Verteilung des Arbeitsertrages, ohne daß des wegen der sozialdemokratische Staat festgesetzt werden müßte, eine zehnfach höhere sein. Wie der Kommunismus in dem Umsturz alles Bestehenden die Rettung erblickt, so erstrebt der Humanistische Sozialismus — humusethumanitas— der Bodenreformer in langsamer und organischer Weise, in Anknüpfung an die bestehenden Zustände eine Neuordnung, welche sowohl der Gerechtigkeit als auch den individuellen und sozialen Be dürfnissen der Gegenwart und der Zukunft nach jeder Weise Rechnung trägt. Der Humanistische Sozialismus vernichtet nicht den Individualismus, den die Sozialdemokratie notwendig zer stören muß, er rottet nicht das sittliche Selbstgefühl aus, er läßt im Gegenteil den einzelnen die volle Freiheit und beschränkt sie nur soweit, als ihre Selbstsucht mit den