28 Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. Schädlich keit des privaten Grund eigentums. Interessen anderer kollidiert. Zwar ist dieses auch die- Lehre der Vertreter der kapitalistischen Ordnung, aber der Humanistische Sozialismus wird erst die Erfüllung bringen, indem er soziale Grundlagen schafft, auf denen ein wahr haft gerechter Ausgleich der wirtschaftlichen und sittlichen Forderungen aller stattfinden kann. Beseitigen will er noch heute geltende rohe Formen des Kommunismus in dem kapitalistischen Eigentum, welche nicht auf „eignem Tun“,, sondern auf Ausbeutung beruhen. Er fordert, wie wir noch ausführen werden, die Rückkehr des Grund und Bodens; unter die wirkliche Oberhoheit des Volkes, der Gemeinschaft,, wie sie im Staate verkörpert ist, unter Anerkennung der gleichen Rechte aller Bürger auf denselben. Die Boden reformer halten Not und Elend, wie sie heute in den Kultur staaten herrschen, nicht für eine unabwendbare Schickung Gottes, sondern für eine Folge menschlichen Unverstands und menschlicher Habsucht. Die Erde soll allen Menschen gehören, um darauf glücklich zu sein und sich in Tugenden zu üben, deren höchste die Selbstverleugnung und die Liebe zu den Brüdern sind. Damit, will der Humanistische Sozialismus eigentlich nichts Neues, er will im Gegenteil uralte, ewige Wahrheit wieder voll zur Geltung bringen, freilich in vollem Einklange- rnit der wirtschaftlichen Entwickelung, der fortgeschrittenem Arbeitsteilung. Es kann den Bodenreformern nicht einfallen,, an die Verwirklichung ihres Programms so zu denken, als sollen nun alle Menschen ein gleiches Stück Land haben, um sich darauf zu ernähren, eine Beschuldigung, welche nur naiver Denkweise entspringen kann. Die Nationalisierung des; Grund und Bodens, des Grundzinses kann unter völliger Frei heit im Verkehr mit Ackerland zum Ausdruck gebracht werden. Wie aber das private Grundeigentum in seiner von der Oberhoheit des Volks losgelösten Form die Ursache der sozialen Not ist, soll nunmehr ausgeführt werden.