. ' 3(j Die Bodenreform- im Lichte des Freihandels. fährlich. Auf dem industriellen Gebiete war die Sache ebenso. Ein akuter Zusammenbruch war vorauszusehen. Die Zölle haben auf jeden Fall den Ruin der Produzenten hinausgeschoben. Aber wohl zu beachten ist, daß trotz der Zölle ein Rückgang der Preise eintrat, der eben nicht anders als durch den mangelnden Konsum und ohne Zweifel auch durch die Herrschaft der Großhändler über die Produzenten, welche den Markt völlig beherrschen, hervor gerufen ist. Das Steigen der Preise bei vielen wichtigen Lebensmitteln seit Mitte des Jahres 1889 hat freilich seine Ursache in den allgemeinen schlechten Ernten. In welcher "Weise die Preise der wichtigsten landwirtschaftlichen Produkte in dem Zeiträume von 1875—1886 zurückgegangen, ergibt sich aus folgendem: Es kostet der Neuscheffel in den Jahren Weizen Roggen Gerste Hafer Mark 1865—1877 9,20 6,74 5,75 3,87 n 1878-1880 7,94 6,17 4,53 3,26 11 1881—1883 8,63 6,71 4,86 3,99 n 1884—1886 6,26 5,39 4,42 3,50 ii Was aber nicht gesunken ist, sind die Erzeugungskosten. Allerdings ist die Grundrente gestiegen. Doch gehört sie den .Besitzern des Bodens nur zum kleinsten Teile, in der Hauptsache den Hypothekengläubigern und Verpächtern. Es ist in der Tat feststehend, daß in Deutschland Getreide nur mit wirklichem Verlust von Seiten der Erzeuger an gebaut wird. Dabei sind die landwirtschaftlichen Produ zenten schlechter daran als die industriellen, weil sie keine Entschädigung für den Verlust der Früchte eigener Tätig keit haben. Sie arbeiten meist so wenig mit fremden Kräften, daß ein sogenannter Unternehmerprofit für sie nicht existiert oder doch von geringer Bedeutung ist. Denn darüber herrscht kein Zweifel, daß eine unendliche Zahl von In dustriellen unter dem Joche der Zinsverpflichtungen und