48 Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. Zivilisation vorfinden. Leider haben sie da zur Saat- und Erntezeit mit dem Mangel an Arbeitskräften zu kämpfen, der eine Folge unserer wechselnden Verhältnisse ist. Der Klein bauer behält hier die Knechte nicht über Winter, selbst nicht für geringen Lohn, und diese sind daher genötigt, für die rauhe Jahreszeit in den Städten ihr Unterkommen zu suchen. Haben sie das dortige Leben einmal gekostet, dann ziehen sie nimmer auf das Land zurück. Die Einwanderung nimmt jetzt wieder in einer für die Amerikaner beunruhigenden "Weise zu, namentlich aus Italien, Ungarn und Polen. Wie die vielen Tausende, welche an unseren Küsten landen, für die nächste Zukunft ihr Leben fristen werden, ist eine Frage, die niemand beantworten kann.“ Was die Auswanderung aus den europäischen Staaten .angeht, so ist sie besonders stark aus den Gegenden, wo keine industriellen Betriebe den Bauern, Tagelöhnern Ersatz für das verlorene oder preisgegebene Besitztum bieten. Der Zug aus dem Osten nach dem Westen, die Sachsengängerei .aus dem Gebiete der schlesischen Magnaten, ist bekannt. Entvölkert werden weite Landstrecken; und statt fleißige Menschen zu ernähren, liegt der Boden zum Vergnügen der großen Herren, welche es lohnender finden, Schafheerden dort weiden zu lassen, als menschliche Wesen zu dulden. Überall derselbe Vorgang der Vergrößerung der Latifundien. Das hat in der Tat das Gesetz erlaubt, den nationalen Boden, das unantastbare Erbteil des Volkes, in die Hände Einzelner gleiten zu lassen. Unerhört! Es möge der Bericht über eine brutale Ausweisung von Pächterfamilien aus neuester Zeit Platz finden. Aber man ist das gewöhnt, und fast findet kein Mensch etwas auffälliges darin: „In Folge der Ausweisung auf den Olphertschen Gütern in der irischen Grafschaft Donegal sind jetzt 1300 Menschen daselbst obdachlos. Nur sechs Pächter sind auf ihren Stellen belassen worden. Es werden in aller Eile Hütten gebaut, um den Armen ein Unterkommen zu gewähren. Bei Killult und Baitony sind auf diese Weise zwei neue Dörfer im Ent stehen begriffen, und eine dritte Kolonie befindet sich unmittel bar vor dem Olphertschen Schlosse.“