Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 57 ■wir froh, wenn sozialer Druck und die Not die Arbeitgeber belehren, daß noch andere Formen der Produktion Platz, finden müssen; aber unserer Anschauung gemäß bildet die Ausbeutung durch die Arbeitgeber nicht den Kern der sozialen Frage, denn die meisten derselben sind selbst Aus gebeutete. Das wird nun in Bälde wieder recht deutlich in die Augen springen, wenn die Produzenten keinen Absatz, für die enorm vermehrten Produkte haben werden. Das Kartenhaus erträumter Gewinne fällt zusammen, da keine Käufer vorhanden sind. Auf Grund der wirtschaftlichen Ordnung sammeln sich die Ansprüche auf die Produkte in wenigen Händen, die sie nicht aufzehren können. Da aber bares Geld von den Kenten- und Zins verpflichteten verlangt wird, so sind diese gezwungen, ihre Waren auf dem Weltmärkte abzusetzen, auf dem die Nachfrage, wegen der Unfähigkeit der Massen zu kaufen, fehlt. Es tritt dann wieder der Zustand ein, den man „Überproduktion“ nennt, obwohl er in Wahrheit eine „Unterkonsumtion“ ist. Doch verlassen wir vorläufig diese Erörterungen, auf die wir später ausführlicher zurückkommen. Es erübrigt noch, auf die ziffernmäßige Abnahme des Anteils der Massen an dem Nationaleinkommen in den letzten Jahren hinzuweisen. Erwiesenermaßen ist derselbe in England seit 10 Jahren von 40 auf 25 Prozent gesunken. Und welche Riesenvermögen sich schon in den Vereinigten Staaten von Nordamerika angesammelt haben, möge eine Tabelle, welche der New-Yorker Statistiker Thomas G. Shear- man aufgestellt hat, lehren. Von besonderem Interesse ist dabei noch, daß unter den Hauptausbeutern der ehrlichen Arbeit sich eine Kirchengemeinschaft an erster Stelle findet. Die zahlreichen Besitze nur weniger Millionen ließ er vor läufig ganz außer acht, denn solche kann ja fast jeder nennenswerte Ort der Vereinigten Staaten aufweisen. Erst wo die Vermögen die enorme Summe von 20000000 Dollar