70 Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. Ricardo genannten „differentialen Grundrente“ von Einfluß sein. Im allgemeinen wird die naturale Grundrente nach gründlich durehgeführter Reform ziemlich stabil sein, da es, abgesehen von kleinen Parzellen, nicht gut angeht, die Bodenart zu ändern. Dürre, sumpfige steinige Flächen wird überhaupt die Gemeinschaft in gerechten Staats wesen in Kultur nehmen, und die Flächen erst dann, wenn sie zu Ackerland tauglich sind, den Privaten überlassen können. Der Gemeingeist wird noch die herrlichsten Triumphe auf diesem Gebiete feiern können. Es unterliegt für uns keinem Zweifel, daß in auf Ge rechtigkeit gegründeten Gemeinwesen der Zukunft, zumal wenn man die Erde als ein einziges, großes Gebiet ansieht, soviel Land vorhanden ist, daß auch bei noch so dichter Bevölkerung die Grundrente, welche der Bebauer des Bodens an die Gemeinschaft abzugeben hat, niemals höher sein wird, als die wirkliche Leistung der Naturkräfte beträgt. Diese nationale Grundrente würde sich sehr leicht durch Vergleichung mit jungfräulichen Ländern, welche dem Ver kehre noch offen liegen, feststellen lassen. Bestimmte Ziffern lassen sich natürlich bei Vergleichung der jetzigen und der zukünftigen Höhe der Grundrente nicht aufstellen. Der Gedanke an Gemeineigentum des Grund und Bodens hat nicht lange bei den Völkern geherrscht, denn immer ist es Pfiffigen gelungen, Gesetze zu machen, welche den einzelnen eine Aneignung von großen Bodenflächen er möglichten, ohne dabei die naturale Grundrente dem Ge meinwesen zu vergüten. Wir sehen die Latifundien ent stehen, deren Besitzer in der Lage sind,' denen, die Grund und Boden suchen, jede Bedingung bei der Überlassung zu stellen. Finden es die Eigentümer lohnender, Ackerflächen in Weiden und Jagdgründe zu verwandeln (denn dann haben sie außer der reinen, sichern Rente noch einen Tummelplatz ihres Vergnügens), so wird der Landhunger