Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 73 Anschauung, und von Thünen hat in seinem „isolierten Staate“ die vollen Konsequenzen dieses Standpunktes ge zogen. Dabei sollen alle anderen Steuern fortfallen; nur diese Grundrentensteuer soll als „einzige Steuer“ bestehen, und der Überschuß über die gemeinsamen gesellschaftlichen Bedürfnisse an die einzelnen gleichmäßig verteilt werden. Es wird auch berechnet, daß auf den Kopf der Bevölkerung in hundert Jahren an hundert Mark zur Verteilung gelängen- Wenn jemand recht sparsam leben würde, könnte er selbst bei der wahrscheinlich horrenden Verteuerung aller Pro dukte ohne Arbeit leben, vorausgesetzt, daß er kein Land in Anspruch nähme. Doch wird es allen, die dies tun werden, schlecht bekommen, da durch die wachsende Be völkerung die Abgabe für Benutzung des Landes immer höher werden, und den Bauern usw. trotz sinkenden und fortfallenden Zinses kaum das nackte Existenzminimum lassen wird. Wenn Rente und Zins eines sind, wenn die Grundrente die wirkliche und wahrhaftige, nicht imaginäre Grundlage des Zinses ist, so wird es wohl den Bauern und anderen Landbesitzern einerlei sein, ob sie durch Zins oder Rente ausgeplündert werden. Um nun das Stecken pferdchen der „einzigen Steuer“ recht tüchtig in Trab zu bringen, scheut man sich nicht auszusprechen, die Grund rente durch eventuelle Prohibitivzölle in der Höhe zu halten resp. weiter zu treiben. Daß derartige Sachen nicht weiter ernst zu nehmen sind, ist unter verständigen Menschen, welche nachdenken, selbstverständlich. Denn, wie früher die Landbesitzer die Grundrente auf Kosten der Gesamt- bevölkerung für sich einzogen, so würde jene ein noch gröberer Kommunismus zugunsten der industriellen Tätig keit usw. ausplündern Daran können auch die wunder samen Berechnungen über den Nutzen beim Fallen des Zinses nichts helfen. Nur darin wäre ein Vorteil, daß die Grundrente, d. h. als Monopolgrundrente, jetzt allen zu