Die Bodenreform im Lichte des Freihandels. 77 •die größere Aufnahmefähigkeit der Massen Sorge tragen, d. h. in Artikeln, in denen wir ebenso vorteilhaft pro duzieren. Also kauffähig vor allem muß die Nation werden, konkurrenzfähig auf dem Weltmärkte, wenn die sinkende Monopolgrundrente billige Rohstoffe gestattet. Die Frage •nach Glück und Wohlbefinden der Völker ist nicht etwa lediglich eine handelspolitische, sondern wesentlich eine sozialpolitische. Beide, miteinander innig verquickt, müssen Zug um Zug um den Vortritt ringen, bis nach langer Zeit das endliche Ziel: Zufriedenheit und Gerechtigkeit erreicht ist. Die Bildung einer neuen, großen und lebenskräftigen Partei, welche entschlossen ist, dieses Kulturprogramm auf ihre Standarte zu schreiben, muß die Aufgabe idealgesinnter und freiheitliebender Männer sein. — Die Doktrinen des manchesterlichen Freihandels sind wohl für immer abgetan, da sie durch ihre Vernachlässigung grund legender Kategorien ganze Völker an den Rand des Ver derbens gebracht haben. Für jenen Freihandel war nur der ■Grundsatz maßgebend, daß jeder dort kaufen soll, wo der Markt am billigsten sei; aber er kümmerte sich nicht darum, ob die, welchen dieser Rat gegeben wurde, auch in der Lage seien, überhaupt kaufen zu können. Was aber kann es dem Deutschen helfen, ob er aus England oder Amerika herübergeschickte Waren billiger als im Vaterlande selbst kaufen kann, wenn er durch eben diese Einfuhr seine Arbeit verliert oder in seinem Einkommen geschwächt wird! Denn -erst die Möglichkeit, arbeiten zu können, setzt die meisten in den Stand, anderer Produkte einzutauschen. Wenn aber die soziale Entwickelung dahin geführt hat, daß sich die .Gesellschaft in eine kleine Clique reicher Nichtstuer und in einen großen Haufen verarmter Menschen getrennt hat, so kann ein Güteraustausch nach den Lehren des manchester lichen Freihandels, wo auch Grund und Boden als Ware »betrachtet wird, nur von höchstem Verderben für das Wohl