Die Verstaatlichung der Bergwerke. 105 gewaltiger Arbeitseinstellungen zu meiden. So ungeheuer lich den Bergwerksinhabern heute vielleicht der Gedanke einer Verstaatlichung erscheinen mag, so natürlich wird er ihnen sein, wenn die vorhandene Krisis sich weiter auf den Kohlenbergbau ausdehnen wird, wenn die Aktien weiter fallen werden. Der Bergbau unter Staatsregie ist die einzige Form, unter der die Verstaatlichung heute gedacht werden kann. Wir können Plänen, wie sie einzelne konservative Sozialreformer hegen — dieselben empfehlen den genossen schaftlichen Betrieb in der Form, daß die Bergwerke Eigen tum der Bergleute werden — nicht beistimmen, da die Gesamtheit der Bürger nicht die Vorteile haben würde, die unter dem Staatsbetriebe zu erwarten sind. Derartige Ziele haben ihren Ursprung in dem Gedanken, daß eine Grund rente für den, der den Boden selbst bebaut, nicht existiert, daß dem Gemeinwesen keine geraubt werde, wenn die Gruben in den Besitz selbstschaffender Bergleute übergehen. Agrarische Politiker meinen, daß ein derartiges Vorgehen auch den Ansturm gegen die ländliche Grundrente, zumal in den Kreisen der Großgrundbesitzer, abschwächen würde. Auch hier kann man hören: der selbstarbeitende Bauer — und der große Grundbesitzer sei ja auch Bauer (sic!) — beziehe keine Grundrente, ja es gebe überhaupt keine Grund rente ! Das wichtigste Ergebnis der Verstaatlichung der Berg werke würde sein, daß der Kapitalismus eines mächtigen Stützpunktes, von dem aus er die Ausplünderung der Völker betreibt, beraubt sein würde. Wie schon neben anderen Gründen die Eisenbahnverstaatlichung den Zins fuß stark gedrückt hat, so wird durch die Verstaatlichung der Bergwerke ein weiterer Rückgang des Zinsfußes stattfinden. Dadurch wird es möglich sein, die nach und nach zu er werbenden Gruben leicht abzuzahlen; man braucht vor