106 Die Verstaatlichung der Bergwerke. li: j Konvertierungen der ausgegebenen Rentenpapiere nicht zurückzuschrecken, wenn der Zinsfuß allgemein gesunken ist. Es wird genau so sein, wie bei den Rentenpapie ren, die auf verstaatlichte Eisenbahnen lauten. Auch hier er- .scheint es in Erwartung des fallenden Zinsfußes verständig, mit der Amortisation noch etwas zu warten; vielleicht werden die Kapitalisten eine neue Zinsfußermäßigung nicht gar zu übel vermerken. Daß die Kapitalien sich in das Ausland begeben würden, also eine Kündigung der Papiere bei weiter, sinkendem Zinsfüße bevorstände, ist nicht zu er warten. Also über die Tragweite der Einanzoperation brauchte niemand sich Sorge zu machen. Abgesehen von dem niedrigen Stande der Kurswerte liegt in der Verstaatlichung der Gruben insofern, als sie auf den Zinsfuß drücken wird, eine gute Gewähr einer für die Nationalkasse ungefährlichen Transaktion. Wie groß die zum Ankauf nötige Summe sein muß, entzieht sich genauer Schätzung. Während Herr von Fürstenberg-Packisch glaubt, mit der Summe von 1125 Millionen Mark auskommen zu können, halten andere den Betrag für viel zu gering. Unseres Erachtens kann es auf die Höhe der erforderlichen Ankaufskapitalien gar nicht ankommen. Wartet die Nation, bevor sie ihre Offerten macht, bis eine allgemeine De route eingetreten ist, so wird sie ein gutes Geschäft machen. Wir sagen Offerten, und haben dabei den Weg gütlicher Vereinbarung im Auge, wie er mit den Eigentümern der Bahnen seiner Zeit ein geschlagen wurde, und hoffen, daß dieser Weg auch hier zum Ziele führen kann. Freilich waren die privaten Eisen bahnverwaltungen nicht so organisiert, als es jetzt die Gruben besitzer sind. Vielleicht werden sie gütliche Anerbietungen stolz abweisen. Nun, in diesem Fall wird man mit ihnen kein langes Federlesen machen: Der Staatsgedanke drängt mit Notwendigkeit dazu, die Bergwerke zu expropriieren.