120 Die Verstaatlichung der Bergwerke. Wie man sieht, beträgt die Grubengerechtsame, d. h. hier die künftig mögliche Ausbeute, welche in Rechnung gesetzt ist, 2 la des gesamten Aktienkapitals. Dazu kommt nun noch, daß die Aktien mit 130, also mit einem recht ansehnlichen Agio über den Nennwert, ausgegeben wurden, das den Gründern in die Taschen fiel. Wie hier, so ist- es mit anderen Gründungen in Gruben und industriellen Anlagen ergangen. Konnte die Verstaatlichung der Eisen bahnen vor der kapitalistischen Gesellschaft mit der Not wendigkeit „entschuldigt“ werden: die Bahnen aus stra tegischen Gründen in einer Hand zu vereinen, so hört das Versteckenspiel jetzt auf. Hier muß die Regierung klar die Ziele, welche einen durchaus sozialistischen — nicht sozialdemokratischen Zug tragen, bekennen. Sie wird zeigen müssen, daß sie in Wahrheit den Bruch mit dem Kapita lismus vollzogen hat, daß sie durch zielbewußte organische Reformen die Menschheit neue Wege führen will. Wir hoffen, daß der Handelsminister, Herr v. Berlepsch, die notwendigen Konsequenzen aus seinem den Zechen zugegangenen Antwortschreiben ziehen wird, daß die Staats regierung die Bergwerke nicht lange mehr „Gegenstand privater geschäftlicher Unternehmungen“ sein lassen wird. Tm Frühjahr dieses Jahres nämlich hatte der Minister Herr v. Berlepsch einen Brief an die Handelskammern ge richtet, in welchem ausgeführt wurde, daß der dringende Verdacht geäußert worden sei, die Kohlenzechen hätten den Wagenmangel nur vorgeschützt, um sich ihren Vertrags- Verpflichtungen zu entziehen. Außerdem hätten sie an das Ausland billiger verkauft als an das Inland. Die Handels kammern wurden zu einer Untersuchung dieser Anklage aufgefordert. Diese Untersuchung hat stattgefunden, und den Erfolg derselben gibt der Minister in dem nachstehendem bemerkenswerten Schreiben bekannt: