§ 3. Das statische Geldproblem. 15 wissen: Wie weit ist die Möglichkeit einer Wertkonstanz oder einer Wertänderung (insbesondere einer Wertverminderung) bei einem Geldsystem von vornherein gegeben? § 3. Das statische Geldproblem. Es trägt nicht zur Vereinfachung der Sache bei, dennoch wird es sich kaum je vermeiden lassen, daß das »statische« Grund problem, die Frage nach dem Wesen des Geldes, in zahl reichen verschiedenen Formeln auftritt, die zwar im Grunde genommen alle miteinander verwandt sind, aber dennoch etwas verschiedene Ausgangspunkte im Denken haben. Ist das Geld physei oder nomo, verdankt es seine Entstehung natürlichen Schwerkräften oder menschlicher Überein kunft? Dem wirtschaftlichen Wert oder der staatlichen Proklamation? Ist das Metall wichtiger oder der Stempel? Bleibt das Geld im wesentlichen an die Faune der Natur ge bunden oder kann es von Menschen erschaffen werden? Soll die Geldauffassung sich an das Körperliche, sinnlich Wahr nehmbare halten oder an etwas Gedachtes, Geistiges? Hat der Nationalökonom oder der Jurist in der Geldlehre das ent scheidende Wort zu sprechen? Wird die Seele des Geldes in der Substanz zu suchen sein oder in der Funktion als Zahlungsmittel, in der Zahlkraft, in der Kaufkraft? Soll man das Geld in der Kategorie der Kausalität vorstellen oder teleologisch? Fiegt in der Vergangenheit oder in der Zukunft der Schlüssel für das Verständnis seiner Geltung? Was ist das Richtige, Kosten- oder Nutzenlehre? Muß man dem Gelde eigenen Wert zuerkennen oder es als bloßes Zeichen ansehen, als Symbol, als Marke, als Anweisung auf wirtschaft liche Werte? Ist es Selbstzweck oder bloßes Mittel? Soll das Geld im Kreislauf des wirtschaftlichen Lebens als Ware gelten oder als Gegensatz zu allen Waren? —