16 Erstes Kapitel. Methodologie. Betrachten wir nun das Verhältnis aller dieser Formeln, dieser Problemstellungen zueinander. Da haben wir zunächst überall auf einer Seite die Auffassung, nach der das Wesen des Geldes in einem Stoff zu suchen ist, im Metall. Namentlich der naive Mensch gelangt leicht zu der Vorstellung, daß das Metall allein dem Gelde seinen Wert verleihe, und er zieht bewußt oder unbewußt alle Konsequenzen hieraus, auf die wir nicht eingehen wollen. Das Geld ist ihm mehr als ein bloßes Zeichen, als eine Marke, es besitzt einen Wert, eben den wirt schaftlichen Wert dieses Metalls. Fragen wir aber weiter: Wodurch kann dieser Wert entstehen? Für den Nationalöko nomen nur aus »Nützlichkeit« und »Seltenheit«. Als Nützlich- Jceit könnte hier zunächst die Eignung der Edelmetalle zum Schmuck und zur industriellen Verwendung gedacht werden, als Seltenheit die Spärlichkeit des natürlichen Vorkommens von Gold und Silber, die Größe ihrer Produktionskosten, die Schwierigkeit ihrer Erlangung. Die moderne Auffassung des wirtschaftlichen Wertes er laubt es auf keinen Fall, einseitig eine Kostentheorie anzu wenden, sie fordert kategorisch auch die Betonung des Fak tors »Nützlichkeit«. Es ist ohne Interesse, hier zu unter suchen, welche Resultate die einseitige Anwendung einer »Kostentheorie«, wie sie früher verwandt worden ist, für die Geldlehre zeitigen mußte, doch ist unschwer einzusehen, daß der »Metallismus« oder sagen wir »Materialismus« um so ausgeprägter gewesen sein muß, je konsequenter solches geschah. Wenn dagegen heute für das Moment der »Nützlich keit« unbedingt Berücksichtigung gefordert wird, so bewahrt schon das vor einer einseitig-metallistischen Geldauffassung. Im Gold oder Silber an sich schlechthin kann der Wert des Geldes nicht gesucht werden, denn schlechthin ist kein Ding wertvoll. Denn Wert ist für uns nichts anderes als eine Be ziehung von Menschen zu Dingen, nicht aber eine Eigenschaft