§ 3. G. F. Knapps staatliche Theorie des Geldes. 41 oder wenigstens verstanden haben, und wenn die meisten, die über Knapp urteilen, seine Lehren nur aus sekundärer Quelle kennen, so muß es dennoch schon fast für trivial gel ten, über sein Buch noch etwas zu sagen. Und doch hat das Werk Seiten, die von der Kritik noch nicht berücksichtigt worden sind; immer wieder lassen sich bedeutsame Ge sichtspunkte ausfindig machen, aus denen Knapps Lehre noch nicht betrachtet worden ist. Die Erklärung dieser Tat sachen liegt wohl darin, daß es Knapp wie keinem anderen Neueren geglückt ist, das Interesse für die Geldprobleme neu zu beleben, indem er uralte Fragen in Formen gebracht hat, die in eminentem Maße dem Denken der Lebenden angepaßt schienen, und indem er die mannigfachen Ausstrahlungen des statischen Geldproblemes gewissermaßen in einem Brenn punkte gesammelt hat. Mindestens hat Knapp eine Termino logie geschaffen, die zu einem Teile auch von seinen Geg nern übernommen worden ist, und die ein moderner Geld theoretiker nur zu seinem Nachteile gänzlich meiden könnte. Gerade wer über Knapp hinausgehen will, wird von dieser Terminologie Gebrauch machen müssen, um das Materiell- Unterscheidende der Auffassung deutlich hervortreten zu lassen. Wenn die eigentümliche Sprache das Buch dem ober flächlichen und halbgebildeten Leser absolut unzugänglich macht, so darf die Fähigkeit des Autors, Dinge schwierig darzustellen, die sich einfacher sagen ließen, nicht durchaus als ein Mangel angesehen werden. Denn sie bewirkt schließ lich, daß der ernstere Leser auch die einfacheren Probleme bis in ihre tiefsten Tiefen hinein und bis zu den letzten Kon sequenzen zu durchdenken versucht, während er sie in glatte ren, älteren Darstellungen vielleicht übersehen hätte. Es ist hier nicht unsere Aufgabe, Knapps Theorie dar zustellen oder zu kritisieren. Beides ist mehr oder weniger glücklich bereits häufig geschehen. Hier handelt es sich nur