46 Drittes Kapitel. Die Geldliteratur und derVersuch, zu Ende zu denken. die zirkulatorische Befriedigung gewähren beide. Bis hierher ­ ist die Erklärung nur analytisch und unbestreitbar. Knapp hat aber weiter nur die zirkulatorische Befriedigung als wesentlich hingestellt und sagt: »Das Geld im allgemeinen ­ bietet keine Sicherheit der realen Befriedigung, aber es bietet die unbedingt sichere Befriedigung durch zirkulatorische ­ Verwendung.« — »Das einzig Sichere beim Gelde ist also die zirkulatorische Befriedigung« (Seite 37/38). Es ist gar nicht zu leugnen, daß auch diese Sätze Knapps einen richtigen, formal logischen Sinn haben. Doch materiell aufgefäßt, enthalten sie gleichzeitig den Keim zu einer irrtümlichen ­ Meinung, mindestens aber lassen sie einen Beweis erwarten, der noch zu führen wäre. Knapp gibt dann weiter zu, daß der Laie zunächst die vorstehenden Sätze als paradox ­ empfinden und nicht zugeben wird, daß der Fetzen Papier ­ eine Befriedigung geben könne. Der Beweis, den Knapp dann für die Richtigkeit seiner Auffassung antritt, ist ganz mißlungen. Dies ist bereits von früheren Kritikern hinreichend ­ deutlich aufgezeigt worden. Knapp sieht in dem rein juristischen Trost, daß jeder zuweilen Geber und zuweilen ­ Nehmer des Geldes ist, die Lösung: wobei das wirtschaftliche ­ Bedenken nicht weggeräumt wird, daß der einzelne ­ im allgemeinen nicht stets in demselben Maße Schuldner ­ wie Gläubiger des Geldes sein wird. Freilich, wenn Knapps Beweis völlig mißlungen ist, so sagt diese Feststellung ­ noch gar nichts über die Richtigkeit oder Unrichtigkeit ­ des zu beweisenden Satzes aus. Es muß weiter erwähnt werden, daß Knapp (S. 48) von der Möglichkeit für das Publikum ­ spricht, dem Staat insbesondere bei Steuerzahlungen das emittierte Geld zurückzugeben. Auch hier wird nur diese formal-juristische Möglichkeit erwähnt, ohne daß über ihre wirtschaftliche Bedeutung, über das entscheidende Moment der Quantität, gesprochen würde.