§ 4. Staatliche und überstaatliche Qeldtheorie. 75 durch Einlösung in Gold gehalten werden würde, während der aus den indischen Prägegewinnen gesammelte Goldfonds sich zum Teil in London befindet, wo er als englischer Kriegsschatz ­ oder als Reserve für die Bank von England dient? Sollte es ferner nur akademische, dogmatische Einseitigkeit sein, wenn die neue Königliche Währungskommission für Indien ­ (von 1914) von einer Einführung der Goldwährung in diesem Lande nichts wissen wollte? »Unterwertige Silberund ­ Papierwährung für Indien im Innern, Goldwährung für den Verkehr mit den Engländern — an diesem System wird nicht gerüttelt werden«, und »Sicherheit für die Engländer, Unsicherheit für die Hindu«, so interpretierte Schwarzwald ­ 1 . Was uns im letzten Grunde an den Schwarzwaldschen Hypothesen, gegen die sich einzelnes einwenden läßt, interessiert, ­ ist nicht die materielle Frage, ob Indien heute für die Goldwährung reif sei, noch die von ihm gar nicht gestellte schwierige Frage, was für Wirkungen die Einführung eines anderen Systems, z. B. einer echten Goldwährung oder eines Bimetallismus in Indien für dessen Finanzen und Volkswirtschaft ­ gehabt hätte. Uns interessiert vielmehr das eine: Schwarzwalds Hypothesen liefern eine Problemstellung, die 1 Es ist zuzugeben: Ganz so offen, ganz so klar, ganz so zweifellos wie in diesen letzten Sätzen, die die Quintessenz der Schwarzwaldschen Deutung mit Bezug auf Indien enthalten, liegt die Sache wohl doch nicht. So zweifellos würde sie höchstens dem erscheinen, der die Schwarzwaldschen ­ Artikel studiert, ohne die frühere Literatur über die indische Währung ­ einigermaßen zu kennen. Sind doch manche deutsche wie englische Autoren, die man für sachkundig und unparteiisch halten darf, der Ansicht, daß Indien für eine Goldwährung heute wirklich noch nicht reif sei und daß ein intensives Bedürfnis nach einem vorwiegenden Goldumlaufe im Lande nicht existiere. Bleibt es doch fraglich, ob eine Einführung freier Goldprägungen in Indien heute auf die Neigungen der Bevölkerung von modifizierendem Einfluß werden und den reichlicheren Goldgebrauch einbürgern ­ könnte. Immerhin bleibt die Schwarzwaldsche Auffassung mindestens ­ so gut diskutabel wie eine andere.