1. Die Römische Reichspost. 531 dürfnis nach Fortbewegung von Gütern geben die Eisenbahnen den Wasserstraßen manche Güter wieder ab, während umgekehrt diese jenen große Frachtmengen zu führen, wie dies in dem bedeutenden Umschlagsverkehr vieler Rheinhäfen auch äußerlich ersichtlich wird. Wie sehr das Zusammengehen der Schiffahrt mit den Eisenbahnen ersprießlich wirkt, zeigt die Geschichte von Mannheim und Mainz im 19. Jahrhundert. Mann heim ist groß geworden mit Hilfe der badischen Bahnen. Letztere gewährten unter Berücksichtigung der Schwierigkeiten, die der Strom oberhalb Mannheims den Fahrten bereitet, bei Zu- und Abgängen nach diesem Platz Tarifreduktionen, welche es der Stadt ermöglichten, ihre Stellung den deutschen Seehäfen gegenüber aufrecht zu er halten in einer der Entwicklung ihres Verkehrs förderlichen Weise, woraus sie wieder nach den Umladungen direkten Nutzen zogen. Anders lagen die Verhältnisse in Mainz. Die Hessische Ludwigsbahn, der es zum Knotenpunkt diente, war eingeklemmt von Staatsbahnen und nicht stark genug, ihrer Zentrale die Vorteile zu bieten, welche Mannheim bereitwilligst erhielt. Die Waren wurden durch den Konkurrenzkampf der verschiedenen Verkehrsmittel statt in den Mainzer Hafen um diesen herum geführt. Erst seit Verstaatlichung der hessischen Bahnen unter Angliederung an das preußische Eisenbahnnetz haben sich diese Verhältnisse entschieden gebessert. Anmerkungen. 1. Über die Gesellschaft der „Adler des Oberrheins" vgl. Eckert a. a. O. S. 273 f. 2. Näheres über die Marktdampfschiffahrt der Gebr. Ohlenschläger bei Eckert S. 208f. 3. Zwischen der Kölner und der Mainz-Düsseldorfer Dampfschiffahrtsgesellschaft war im Jahre 1853 eine Art Kartell zustande gekommen. Eckert S. 277 f. 4. Die von Baden, Bayern, Frankreich, Hessen, Holland und Preußen vereinbarte „Revi dierte Rheinschiffahrtsakte" vom 17. Oktober 1868 (in Kraft seit dem 1. Juli 1869) erklärt die völlige Freiheit der Schiffahrt auf dem Rhein und seinen Ausflüssen von Basel bis in das offene Meer hinein für Fahrzeug aller Nationen zum Transport von Waren und Personen, sofern sie den Vertragsbestimmungen und den zur Aufrechterhaltung der allge meinen Sicherheit erforderlichen Polizeivorschriften Genüge leisten. Eckert S. 364f. 5. Der gesamte Schiffahrtsoerkehr in den Rhein-Ruhr-Häfen stellte sich im Jahre auf t im Jahre auf t 1902 14 596 150 1907 21 592 499 1903 19 053 507 1908 23 668 501 1904 18 802 432 1909 25 409 735 1905 19 871 342 1910 28 419 322 1906 20 962 469 1911 30 068 887 Jahresbericht der Handelskammer in Duisburg für 1911. Duisburg- Ruhrort, Druck von Ioh. Brendow & Sohn, [1912]. S. 49. (Zusatz von G. M.) II. post. 1. Die Römische Reichspost. Von Karl Rodbertus. Rodbertus, Kommunikationsmittel im klassischen Altertum- In: Briefe und sozial politische Aufsätze. Herausgegeben von Meyer. 2. Bd- Berlin, Adolf Klein, [1882]. S. 514—517. Die Römische Reichspost, der sog. cursus publicus, wurde von Augustus ein gerichtet. Ein, wenngleich unvollkommenes Vorbild dazu bot ihm die altpersische 34*