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        <title>Volkswirtschaftliches Quellenbuch</title>
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            <surname>Mollat</surname>
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      <div>1. Sittentafeln für den Handlungslehrling. 
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duktion veranlaßte. Der Verband scheint aber schon zwei Jahre darauf in einen 
förmlichen Trust verwandelt worden zu fein, der also die erste derartige Gründung 
darstellen würde. In den vierziger Jahren forderten, wie Brentano mitteilt, die eng 
lischen Grubenarbeiter die Bergwerksbesitzer auf, statt die Löhne herabzusetzen, den 
Konkurrenzkampf durch Vereinbarungen zu beseitigen und die Verkaufspreise zu 
erhöhen, und in Frankreich kam 1849 auf Veranlassung der Arbeiter, wie Claudio- 
Iannet berichtet, tatsächlich ein Kartell, eine Preisvereinbarung zwischen den beiden 
bedeutendsten Trikotfabrikanten zustande. Den ersten bekannt gewordenen Verband 
von Händlern und zugleich den ersten Verband der Abnehmer bilden die Verein 
barungen der Holzhändler von Nordfrankreich, welche 1846 nicht nur die Verkaufs 
preise, sondern auch die Einkaufspreise des Holzes festsetzten und auch Konventional 
strafen vereinbarten. In seinem Werke „Untersuchungen über die englische Eisen- 
bahnpolitik" berichtet G. Cohn 1875 nach den Mitteilungen der Unternehmer vor den 
verschiedenen Untersuchungskommissionen über die Verhältnisse im englischen Eisen 
bahnwesen von zahlreichen Kartellen englischer Eisenbahnen, Kohlengruben, Eisen 
werke, Omnibusgesellschaften u. a., sowie von einem Verbände der belgischen Kohlen 
produzenten aus den fünfziger und sechziger Jahren und knüpft daran Erörterungen 
über die Gründe und Wirksamkeit dieser Erscheinungen. 
In Deutschland datieren die ältesten Kartelle, abgesehen von dem erwähnten 
Alaunsyndikat, erst aus der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts, und es werden 
wohl zuerst gemeinsame Tariffestsetzungen zwischen den Eisenbahnen und Versiche 
rungsanstalten geschlossen worden sein. Auf dem Gebiete der Produktion entstanden 
Kartelle in Deutschland erst Anfang der sechziger Jahre, zuerst, wie es scheint, der 
Neckarsalinenverein, dann das Weißblechsyndikat, dann das Schienenkartell 1864. 
Ersteres wurde wohl hauptsächlich durch die lokale Konzentration und die geringe 
Zahl der Betriebe ermöglicht, letzteres durch den bei Submissionen besonders heftigen 
Konkurrenzkampf veranlaßt, während über die Gründe des Entstehens des Weißblech 
syndikats mir nichts bekannt geworden ist. In die sechziger Jahre reicht auch noch die 
Entstehung des Wismutsyndikats zurück. Die kurz nach Aufhebung des Salzmonopols 
mit dem Jahre 1868 beginnende große Ausdehnung der Produktion und der dadurch 
hervorgerufene heftige Konkurrenzkampf bewirkten schon Ende desselben Jahres 1868 
und weiter 1869 die Bildung von Kartellen der sächsischen und thüringischen Salinen. 
Außer diesen sind keine deutschen Verbände bekannt, welche länger als bis 1870 
zurückreichen. 
VI. Handlungsgehilfe und Handlungslehrling. 
1. Sittentafeln für den Handlungslehrling. 
Von Ernst Wilhelm Arnold i. 
Emminghaus, Ernst Wilhelm Arnoldi. Leben und Schöpfungen eines deutschen 
Kaufmanns. Weimar, Hermann Bühlau, 1878. S. 100—104. 
I. 
Mit Gott beginne jegliches Werk. Auf allen deinen Wegen habe ihn vor Augen 
und im Herzen. Vergiß nicht, daß von allen seinen Werken der Rechtschaffene das 
erhabenste ist. 
Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Du lebst für dich, wenn du für anders 
lebst. Betrage dich gegen alle, wie du wünschest, daß sie sich gegen dich betragen</div>
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