— 17 — besser situierten, nicht zum Gros der Auswanderer gehörenden, benutzten. 1 ) Die Fuhrleute waren bemüht, die Auswanderer möglichst bis zum Hafenplatz bei sich zu behalten, statt sie an den Flugplätzen abzugeben. 2 ) Es gelang Bremen in hohem Mafse, die Beförderung über ausländische Häfen, für die der Rhein z. B. so günstig lag, — einen ganz besonders starken deutschen Auswandererverkehr hat übrigens auch das französische Havre entwickelt — zurückzudrängen. Hamburg begann erst viel später dem Auswandererverkehr Auf merksamkeit zu schenken und blieb in seinen Zahlen sehr hinter Bremen zurück, zudem ging über Hamburg ein sehr grofser Teil des damals bekämpften indirekten Verkehrs über England, der also von der langsam höher werdenden Ziffer auch noch abzusetzen ist. Da der gröfste Teil der deutschen Auswanderung nach Nordamerika ging, wo die Bremer Schiffe eine eigene Kategorie gegenüber den dutch vessels der Holländer und übrigen Deutschen bildeten 3 ), so war Bremen auch darum ein gegebener Platz. Dennoch ist, als die deutsche Auswanderung am meisten anschwoll, der gröfsere Prozent satz über ausländische Häfen ausgewandert, 1846 stand das Verhältnis wie 49:51, stieg dann auf 38 8 :61 2 , um erst mit dem stärksten Auswanderungsjahre 1853 die Zahl 59 6 : 30 5 zu gunsten der deutschen Häfen zu erreichen. 4 ) Diese deutsche Auswanderung ist von der gröfsten Wichtigkeit für Bremen geworden. Die nordamerikanischen Beziehungen und die deutsche Aus wanderung brachten neben den energischen Männern, die in Bremen dafür wirkten, Bremen in dem Wettlauf der Häfen der Nationen von Portugal bis Dänemark, um die amerikanische Schiffahrtssubvention ’) Eine interessante Schilderung der Auswanderung über Bremen in der Zeit der Segelschiffahrt; Friedr. Gerstäckers Roman Nach Amerika; eine Schifferschilderung (Carsten Ed. Eosenhagen), Ut mien Fohrenstied, Bremen 1906, S. 35. Gerstä cker ist auch mit dem Lloyd herübergefahren, über den er sich in seiner Reiseschilderung Neue Reisen durch die Vereinigten Staaten. Mexiko, Ecuador, Westindien und Venezuela, sehr anerkennend äufsert. Darst. d. Lage des hamb. Handels, 1839, S. 7, 8, 64; J. G. Kohl, Skizzen, a. N. u, V., I. T., S. 303 ff. Vgl. a. Abteilung U des Katalogs der Bibliothek der Handelskammer zu Bremen, 1903, S. 181 ff.; E. F i t g e r, Entwicklung der Seeschiffahrt 1902, S. 84; M. Lindeman, inE. v. Philippovich, Auswand. u. Auswpol. in Deutsohld., Sehr. d. V. f. Sozialp. Bd. LIL, Leipz. 1892, S, 417 ff., u. a.; v. Philippovich u, L. Bodio, in Conrads Hdwb., II. Bd., S. 61 ff.; A. Zimmermann, inElstersWb. d. Volkswirtsch., I. Bd., Jena 1898, S.262; Ber. d. Naohweis.-Bur. f. Ausw. i. Bremen, 1861—65; z. Reform d. Auswanderer wes., Geestem. 1868; Br. Naohr, 28, Juli 1907, 14. Juli 1908 u. a. a ) Jahresberichte der Gesellschaft der Vereinigten Weser - Dampfschiffahrts- Gesellschaft (Sammlung der Stadtbibliothek). 3 ) (v. Hormayr), Fragmente L, 1840, S. 23. *) Vgl. zu diesen Ausführungen die Statistiken. 2