— 39 — Hannover bildet heute das Vorzentmm von Bremen. Bremen ist mit einer Stichbahn daran angeschlossen, statt dafs es früher selber Zentrum war. Die einzige ziemlich selbständige Strecke ist die auf Berlin. Es kann eine Dezentrierung, bezw. eine stärkere Zentrierung auf Bremen wieder erfolgen, sobald die Konkurrenzlinien wieder Durchgangslinien werden, was mit steigendem Verkehr eintreten würde. Hier ist, trotzdem unser Schnellverkehr eine Herabsetzung ­ der Zahl der Zentralen bewirkt, eine neue Zentrale des Weserlandes ­ entstanden, weil sie drei kleinere, die von den Überschneidungen der natürlich am Gebirgsrand westöstlich entlang streichenden Strafse mit den nord-südlichen abhängige ind, in sich aufgenommen hat, und auch von dem östlicheren Braunschweig an sich gezogen hat. Interessant ist es, wie wir mit dem wachsenden Verkehr von heute und damit, wie einst bei den Naturstrafsen, eintretender Demonopolisierung der Strafsen wiederum der alten Strafsenkonfiguration näherkommen. Achtzig oder hundert Jahre, nachdem die Geller Strafse verlassen worden ist, führt heute wieder eine Eisenbahn von Bremen nach Celle, eine allerdings normalspurige, aber ohne Schnellzüge gefahrene Lokalstrecke, die aber sofort zu Gunsten Braunschweigs Durchgangsbedeutung gewinnen würde, wenn der unglückliche Kompromifs Celle—-Lehrte—Braunschweig der direkten Strecke weicht, die auch der Geller Allerumschlag entbehrt.*) In Westfalen arbeiten heute Projekte, die alle die Nebenbahnen, die auf der direkten Strafse Bremen—Frankfurt durch Westfalen liegen, durch kurze Zwischenglieder verknüpfen wollen, allerdings über Bünde, wohin eine Nebenbahn existiert, während die uralte Strafse auf Minden über Bassum-Uchte noch heute gänzlich ohne Bahnverbindung ­ ist. 2 ) Die Mindener Strafse von Bremen ist die erste, Vgl. a. Jahresb. d. Hdlsk. i. Bremen f. 1867 etc., v. Minden f. 1871, S. 18,19. *) Es wird neuerdings von Verhandlungen berichtet. 2 ) Vgl. Jb. d. Hdlsk. i. Brem. f. 1886, S. 35, 1887, S. 48, 1888, S. 48, 1889, S. 30, 1892 S. 45, 1893, S. 42, 1894, S. 37, 1901 S. 98 etc.; Jb. d. H. v. Minden f. 1887, S. 29,1888, S. 110,1889, S. 27. Wes.-Ztg.; Br. Naehr. (24./7.1908). Der Abgeordnete Macoo (Siegen in Westfalen) besprach im preufaischen Abgeordnetenhause bei den Verhandlungen über die neue Sekundärbahnvorlage, die Mangelhaftigkeit der Verbindung vom Norden nach dem Süden, speziell von Westfalen aus. Im Anschlufs daran erschien in der Westfälischen Zeitung ein Artikel, den auch die Bremer Zeitungen abdruckten (Bremer Nachrichten vom 5. Mai 1907), der das Projekt näher bespricht, das die vorhandenen ­ Vollbahnen und Nebenbahnen der Strecke Kuxhaven—Lehe—Geestemünde ­ — Bremen — Bassum — Rahden — Bünde — Bielefeld — Paderborn—Nüttlar Winterberg—Kölbe—Frankfurt, durch die Zwischenglieder Bünde—Bielefeld, und Winterberg—Kölbe (statt vorhandener Umwegstreoke) ergänzt und Ausbau als Vollbahn vorsieht, auch Anschlufs von Wilhelmshaven—Oldenburg hat, und