73 Vf'ii Bremen direkt aufwärts nach Celle. Hutbergen—Verden hatte einige Bedeutung für den Weserverkehr, indem von Hamburg aus in Hutbergen ein gewisser Verkehr, namentlich nach Westfalen, auf die Weser überging. 1 ) Als der alte Umschlag zwischen Flufs- und Seeverkehr verloren ­ ging, indem Bremen Vegesack zu seinem Aufsenhafen ausbilden mufste, wurde die Frage wichtig, ob die Bremer Schiffer, die nach unten fuhren, auch nach oben fahren sollten. Die ünterweserkahnschiffer wurden die eigentlichen Vermittler des Leichterverkehrs, obwohl auch Oberländer Eichen, Böcke und Moorschiffe die Vegesacker Weser befahren konnten und befahren haben. Sie machten das Recht auf alles nach unten gehende Gut geltend und erhielten auch Rekognitionsgebühren. Bei Kalk, Glas und anderem schwer umzuladenden Gut mufste man auch hier die Schiffe durchlassen. 2 ) Eine weitere Verschiebung erfuhr die Angelegenheit, als anstatt der älteren rein theoretischen Ideen allmählich die Dnterweserreeden, wohin Bremen seine Schiffe schickte, nachdem der ursprüngliche Winter- und Ladehafen zu Vegesack 8 ) nicht mehr gut zu erreichen war, sich als Konkurrenzplätze ­ auftaten, namentlich als Oldenburg nach dem Elsflether Streit Brake, das aus der Harrier Rede entstanden war, als Handelsplatz einführen wollte und um die Zeit der Gründung Bremerhavens 4 ) danach strebte, eine eigene direkte Oberweserschiffahrt ins Leben zu rufen. 5 ) In neuester Zeit änderte sich das Verhältnis, insofern die heutigen 1 ) Patje gibt eine Statistik dieses Verkehrs. In den Reihefahrten des Weserschiffahrtsregulativs etc. ist seine Berücksichtigung vorgesehen. Er begegnet auch schon Ende des 17. Jahrhunderts. (Bremer Staatsarchiv.) Der Zolldirektor Niemeyer in Verden stützt seinen Plan einer Bahn von Hannover auf Verden—Bremen und Verden—Hamburg in den vierziger Jahren auch noch mit der dadurch gegebenen Verkehrssituation (a. a. 0.). Vgl. w. A. Engel, Weserbuch, Hameln 1845, S. 118. 2 ) Bremer Staatsarchiv n. a. zu 1678, 1682, 1735. s ) Schiffe von 3 bis 4 m Tiefgang konnten zunächst den Hafen zu Vegesack bequem erreichen, die Versandung schritt dann aber stark vor, s. Buchenau, Die freie Hansestadt Bremen, 1900, S. 260. 4 ) Vgl. dazu W. v. B i p p e n, Geschichte der Stadt Bremen, Bremen und Halle 1892—1904, im II. und III. Bde.; Franz Buchenau, Die freie Hansestadt Bremen und ihr Gebiet, Bremen 1900, S. 247 und 253 ff. und die dort angegebene Literatur; Georg Sello, Oldenburgs Seeschiffahrt, 1906, S. 59 ff.; Fr. Heineken, in Bremen und seine Bauten, 1900, S. 733; E. Fitger, Die Entwicklung der Seeschiffahrt, 1902, S. 44, 50 ff,; L. Halenbeok, Fünfzig Ausflüge in die Umgegend von Bremen, Bremen 1893, S. 179. 6 ) Vgl. dazu einen Hinweis in einem Schreiben des Zolldirektors Niemeyer in Verden vom 13. Mai 1827, Bremer Staatsarchiv,