— 91 — Die ersten Dampfer der Vereinten Weser-Dampf Schiffahrt wurden von französischen, englischen und Elbwerften bezogen 1 ), und auch heute noch macht man sich an der Weser die Erfahrungen der deutschen Ströme, die eine gröfsere Flufsschiffahrt besitzen, zu Nutze. 2 ) Reparaturen an den Dampfschiffen der Vereinten Weser Dampfschiffahrt führten Henschel in Kassel, auch Egestorff in genommen, um gröfsere Schnelligkeit der Verladung zu erzielen. In älterer Zeit begegnet die Terminologie Schilf und Bock, bezw. zwei Böcke, die Vlothoer sollen zur Umgehung der Einigung von 1680 den Bullen hinzugebracht haben. Im 18. Jahrhundert wird geklagt, die Mindener kämen mit sechs Fahrzeugen in Bremen an, wegen ihrer Zuladungen an Zwischenorten. (Bremer Handelskammerarohiv; Noack, Das Stapel-u. Schiffabrtsrecht Mindens, 1904, S. 19—20.) In älterer Zeit figurieren in Bremen die Oberweserschiffe unter der alten allgemeinen ­ Bezeichnung Eken (s. a. a. 0. die älteren Bremer Akten). Man führte aufserdem überall noch sogenannte Dielenschiffe, vorwiegend als Arbeitsschiffe, ­ auch wird von Pferdebullen gesprochen, beim Übersetzen der Treidelpferde. ­ Vgl. im übrigen (Gothaische) Handlungs-Zeitung, 1787, S. 57 ff.; Patje, S. 440 ff.; v. Reden, Das Königr. Hannover, 1839, II. Abt., S. 108, 112, 288 ff.; Reinhold, Praktische Anweisung, 1852, S. 16; Meidinger, Die deutschen Ströme, IV. Abt., 1864, S. 36; W. Lotze, Geschichte der Stadt Münden, Münden 1878, S. 237 ff.; H. Keller, Weser und Ems, Berlin 1901, III. Bd., S. 151; Statistik des d. Reichs, N. F., XXXIX. Bd., Teil II, Abt b. Gebiet der Weser, 1901, S. 24, 25; J. G. Kohl, Alte und neue Zeit, Episoden aus der Culturgeschichte der fr. Reichs-Stadt Bremen, Bremen 1871, S. 190; H. Mänz, in Bremen und seine Bauten, 1900, S. 117; W. Metterhausen, Die Oberweserschiffahrt ­ im letzten Jahrzehnt, Festschrift, Kassel, 1902, S. 61. Photographische Abbildungen des Weserbocks, Rheinschiffs und der neueren eisernen Kähne bei Metterhausen, ältere Abbildungen auf Gesamtansichten ­ von Bremen in der Stadtbibliothek, im historischen Museum etc., ältere Ansichten von der Werra, erschienen bei Wiederholt in Göttingen u. a. — S. w. die Statistik. D Jahresberichte der Ges. d. Ver. Weser-Dampfschiffahrt (Sammlung der Bremer Stadtbibliothek). Das Schleppboot Roland, das 1839 in Fahrt gesetzt wurde, wurde in Bremen aus Holz gebaut, die Maschine von Claird & Co. in Glasgow bezogen (D u c k w i t z, D., S. 10). Die Schiffe der Vereinten Weser-Dampfschiffahrtsgesellschaft wurden bezogen von Gäche freres in Paris und Gäche aine in Nantes, durch Wm. Bird & Co. in London von Penn & Sons in Greenwich und Ditchburn & Mare; von Jacobi, Haniel & Huyssen, Gutehoffnungshütte an der Ruhr; ein Schiff von der Maschinenfabrik in Buckau wurde refüsiert. (Jahresberichte der Gesellschaft bis 1848.) Es handelt sich hier um eiserne Schiffe. Vergl. a. D. Reinhold, Praktische Anweisung, 1852, S. 15, 16 ff. Friedrich Harkort in Duisburg baute 1834 den Schleppdampfer Friedrich Wilhelm III. für Minden. Jahresb, d. Hdlsk. v. Minden f. 1869, S. 39; H. v. Treitschke, D. Geschichte, V. Teil, 1899, S. 486. 2 ) Vgl. F. Zeit er, Bremen und seine Bauten, S. 686, und Metterhausen ­ u. a.