123 — Zwischen Ems und Weser baute Oldenburg neben Begradigungen und Verbesserungen der Hunte seit Anfang der fünfziger Jahre an einer Verbindung des ostfriesischen Kanalnetzes mit der Hunte durch den Hunte-Emskanal. 1 ) Einen regen Verkehr hat diese Gegend gehabt, als wegen der Kontinentalsperre in den Jahren 1804 ü. ff. die Weser blockiert war, damals war Emden eine Zeitlang das Tönning Bremens, die Waren gingen das Aper Tief aufwärts nach Hengstforde oder nach Nordloh, von da per Achse nach der Hunte oder aber ganz nach Bremen. 2 ) Von Hengstforde sollen manchmal an einem Tage hunderte von Frachtwagen abgegangen sein. Kaufleute liefsen sich in Hengstforde nieder oder errichteten Filialen. 3 ) Was ein Transport per Achse in dieser Gegend damals besagen wollte, kann jeder ermessen, der auch nur per Bahn heute hindurch gefahren ist. Dazu kam, dafs die Emder Kaufleute nicht auf eine so umfangreiche Spedition ein gerichtet waren. 4 ) Die Kalamität war sehr grofs, Achsgut ging auch noch über Emden-Aurich, Oldenburg oder Emden-Aurich-Varel. In dieser Zeit entdeckte man die vorzügliche Schiffbarkeit der Jade, gegen die ein altes Vorurteil bestand, und seitdem wurde der Transport in die Jade nach Varel, von da per Achse über Rastede nach Oldenburg und Bremen direkt oder nach dem Nord hauser Sie! und Burhave an die Weser geleitet, wo -auf Kähne um- *) s. dazu Strackerjan, Zeitschrift für Verwaltung und Rechtspflege im Grofsherz. Oldenburg, Band V, 1878, S. 243—246; L. 0 Brandt, Der Ausbau des Hunte-Ems-Kanales, Denkschrift des nordwestdeutschen Kanal vereins, Oldenburg 1898; Kurs, Tabellar. Nachrichten. 1836—1847 wurden verschiedene Begradigungen und Durchstiche an der Hunte vorgenommen, 1855—1861 direkte Vertiefungen, denen noch stets Baggerungen folgten; der Hunte-Ems-Kanal war 1878 4800 m von der Hunte her fertig, er ist in den neunziger Jahren vollendet. Die Hunte hat nur einen schiffbaren Nebenflufs, die Ollen, die eigentlich ein alter Weserarm ist und bis Berne einen Klein verkehr aufnimmt. Vergl. w. a. Georg Sello, Alt Oldenburg, Oldenburg u. Leipzig 1903, S. 111; ders., Oldenburgs Seeschiffahrt in alter und neuer Zeit, Leipzig 1906, S. 18; Reinhold, Praktische Anweisung, Frachtfahrzeuge für Ströme, Flüsse und Kanäle aus Eisen so zu erbauen, dafs der Schiffahrtsverkehr ungehindert fortgesetzt und ausgedehnt werden kann, mit besonderer Rücksicht auf die obere Ems, auf ihre Neben-Arme und benachbarten Flüsse und deren Verbindung mit der Ems, Berlin 1852, S. 4 ff. 2 ) W T . v. Bippen, Geschichte der Stadt Bremen, Bd. III., 1904, S. 316 bis 317. 8 ) L. Strackerjan, Zeitschrift f. Verwaltung und Rechtspflege im Grofsh. Oldenburg. V. Bd., 1878, S. 249. 4 ) W. v. Bippen, Bd. III, S. 339, Blockaden vom August 1804 bis Herbst 1805, S. 1807.