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        <title>Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang</title>
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            <forname>Friedrich</forname>
            <surname>Rauers</surname>
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      <div>Hannovers gebunden sein, wenn es eine Südbahn daran anschliefsen 
wolle, worauf Oldenburg nicht eingehen konnte. Das Interesse 
konzentrierte sich zuletzt, da eine Verbindung nach Amsterdam durch 
Oldenburg und Friesland auf der nördlichen alten Route vorläufig 
ausgeschlossen schien, auf die südliche grofse Hauptstrafse der 
hansischen Zeit und der napoleonischen niederrheinischen Chaussee. 
Es ist noch von den verschiedenen Seiten verhandelt worden, aber 
es ist nicht mehr zu einer Verständigung zwischen Hannover und 
Bremen gekommen. Der Bau der Bahn, die Hannover zuletzt hatte 
über Mahndorf legen wollen, auf Bremen wurde erst nach der Konzession 
der Köln-Mindener Gesellschaft mit Preussen gesichert. 4 ) 
Eine besonders grofse Schwierigkeit war es, dafs Preufsen 
Anschlufs von Wilhelmshaven nach Osnabrück, früher auch Herford 
haben wollte, was Oldenburg bei den Verhandlungen vertrat, 
Hannover aber von vornherein nicht zuzugestehen gedachte. 2 ) 
Bei der endgültigen Ausführung wurde die Bahn oberhalb 
Bremen über die Weser und in einer Schleife auf Bremen geführt, 
erhielt jedoch die Sagehorner Zwischenstrecke für den nicht 
nach Bremen bestimmten Güterverkehr im Zollinlande. 3 ) 
In denselben Jahren wurde auch die direkte Bahn auf Berlin 
erörtert, die dann in der Form einer Unternehmung des Bremer 
Staats zur Ausführung kam. 4 ) Die Bremer Kaufmannschaft hatte 
nach 1866 ursprünglich den Plan einer umfassenden Bremer Bahn 
gesellschaft, die sich auch um die Konzession der Osnabrück— 
Hamburger und Ülzener Bahn beworben hat 5 ). 
Die Eisenbahnen sind in die Karte nach den gleichzeitigen Karten (; ) 
') Weserzeitung 6., 12., 17,, 23. Nov. 1866, 23. Nov. 1907; Die E. u. E. d. 
Eisenb. i. H. Oldenb., 1877, S. 23, 45; Jahresb. d. Hdlsk. i. Bremen f. 1865, 
S. 28, f. 1866, S. 44, 45, f.1867, S. 58. 
а ) Die Entst. u. Entw. d. Eisenbahnen im H. Oldenburg, 1878, S. 14,17,23,29,56. 
s ) Kölnische Zeitung vom 2. Juli 1868; Hamburger Correspondent 
12. März 1870. Der besondere, hinter dem Hauptbahnhof belegene Köln— 
Mindener Bahnhof ist 1889 mit dem Hauptbahnhof zusammengezogen worden. 
Vgl. Fr. Buchenau, Die freie Hansestadt Bremen, Bremen 1900, S. 54; W. 
Becker, in Bremen und seine Bauten, Bremen 1900, S. 743 ff. 
4 ) Von Langwedel auf Ülzen oder von Salzwedel auf Lüneburg, Dannen 
berg 1866; Ein Wort über die Anlage der Eisenbahn Langwedel—Ülzen, 
Bremen 1870; Weserzeitung (7. Nov.1866,6. Jan., 8. März 1873.) Duck witz,D., S. 190. 
ß ) Jahresb. d. Hdlsk. i. Bremen f. 1866, S. 44, 45. 
б ) Die vorhin aufgeführten und Neue Eisenbahnkarte von Deutschland 
und den angrenzenden Ländern, Verlag A. Bagel, Wesel 1870. 
Offizielle grofse Eisenbahnkarten Deutschlands wurden für die ältere Zeit 
herausgegeben von der Eisenbahnverwaltung in Braunschweig, heute vom Reichs 
eisenbahnamt.</div>
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