Verspüren Sie irgendwelche Ermüdung oder sonstige Beschwerden durch immer dieselbe Arbeit? Nach wieviel Stunden werden Sie gewöhnlich müde? Im vorhergehenden Abschnitte werden bereits einige Merk male angeführt, die als Maximum an Unlustaff ekten der berufs mäßigen Arbeit zu betrachten sind. Es leuchtet ein, daß dort, wo die geschilderten Umstände Zusammentreffen, die Arbeitsfreude verloren gehen müß. Physische Schädigungen, denen sich Unter ernährung, Schlafmangel, Nachtarbeit, Zerstückelung des Arbeits objektes durch die Maschine hinzugesellen .... der Zwang unter ein ewig gleiches Arbeitstempo .... diesem Zirkel von Unlust affekten vermag in den meisten Fällen die ungeschulte Arbeiter psyche sich nicht zu entziehen. Die Summation derselben bildet das Problem der Ermüdung. Was die Ermüdung bedeutet, ist noch nicht ganz geklärt. Wir dürfen indessen annehmen, daß bei derselben zwei verschiedene Vorgänge sich nebeneinander abspielen. Jede Arbeit in unserem Körper beruht auf der Zerlejgung zusammengesetzter Stoffe in ihre einfacheren Bestandteile; jeder Leistung in Gehirn oder Muskeln entspricht deminach ein Verbrauch an Kraftvorräten, welche den Heizstoffen vergleichbar sind, die unsere Dampfma schinen im Dienste verbrauchen. Soll die Arbeit lange Zeit hin durch vonstatten gehen, so muß für den Verbrauch Ersatz ge schaffen werden, weil sonst der Fortbestand des arbeitenden Ge webes in Frage gestellt oder doch seine Leistungsfähigkeit für längere Zeit erheblich vermindert wird. Weiterhin aber wirken manche der Zerfallsstoffe, welche die Arbeit erzeugt, auf die Gewebe unseres Körpers giftig, verändern sie und damit die Arbeitskraft. Das wichtigste Zeichen der Ermüdung ist ein temporäres Sinken der Arbeitsleistung. Hohe Temperaturen, hohe Feuch tigkeitsgrade, heftige Erschütterungen, gezwungene Körperhal- tung, einseitige Inanspruchnahme einzelner Muskeln etc. begün stigen den vorzeitigen Eintritt der Ermüdung. Das ganze Bild der Übermüdung, wie es unbestritten bei den Berufsarbeiten! zu beobachten ist, zeigt im höchsten Grade variierende Sym ptome. Psychische und individuelle Umstände wirken ebenfalls