107 statiert werden. Aber auch hier, wo immer die Art der Arbeit es zuläßt, ganz merkwürdige Zusammenhänge zwischen dem gleichmäßig monotonen Geräusch der Maschinen und dem in tellektuellen Habitus. Ein Metallarbeiter, der ein Fallwerk bedient, schreibt: „Das Getöse der Maschinen ist die Ursache meines phantastischen Geistes. Es surren mir dabei die verschiedensten Melodien, ja, ganze Tonwerke im Kopfe herum.“ Ein anderer: „Wie oft ver träume ich die Stunden an der Drehbank, während der Stahl von der langsam zwischen den Spitzen sich drehenden Welle spiralförmig aufgerollte Blechspäne von vielen Metern Länge abschält. In das rhythmische Knattern der Treibriemen auf den Transmissionsscheiben mischt sich das vibrierende Kreisen und Bumßen der großen Gußstücke, auf die der fest angezogene Schubbstahl anbeißt. Dieser Schwall von disharmonischen Me tallstimmen lagert sich wie eine flimmernde, akustische, nur dem Ohr wahrnehmbare Hohlkugel um die bewegte Maschine und um den, der sie bewacht. Erregt daher seine im Mittelpunkt dieser Schallwellenbewegung schwellende Phanta sie. Man starrt mit körperlichen Augen auf das langsam sich umwälzende Arbeitsstück. Die Hand ruht lässig, aber bereit an der Supportkugel, nur die Gedanken schweifen durch die roten Fabrikmauern, nur das wachsame Ohr registriert den ver änderten Gang der Maschine oder das Stumpfwerden des schneidenden Drehstahls. Die Klangfarbe der von Stahl und Eisen erzeugten Töne entspricht Worten, deren Rhythmus die Bewegung der Maschine bestimmt. Man hört auf, anders als in Rhythmen zu denken. — — Man dichtet, und der Treib riemen skandiert. Wie manches Gedicht verdanke ich dem me tallenen Klingen der Drehbank. — — — —“ Etwas realer verhält sich ein Metalldreher: „Bei der Ar beit denke ich über die Zukunft meiner Familie. Wirst du Glück haben, um deiner Familie ein sorgenloses Leben zu sichern? Wirst du die kühnen Gedanken, die dein Hirn durchfliegen, in Wirklichkeit umsetzen können? Oder bist du nur ein Sklave deiner Phantasie ? Solche Gedanken habe ich bei der Arbeit, die immer größere Dimensionen annehmen, je mehr ich an mein Elend denke.“ Die in den Großstädten konzentrierten Me tallarbeiter zeigen überhaupt, soweit ihnen die Möglichkeit offen