234 suinta^ Folglich wird auch die Reservearmee durch die ländliche Be völkerung gestellt, die aus der Landwirtschaft herausgestoßen wird. Die Industrie und der Verkehr fordern immer mehr Arbeits kräfte, vermögen aber nicht, die aus der Landwirtschaft ausge stoßene Bevölkerung zu verschlingen. Die Reservearmee wächst bei absoluter und relativer Vermehrung der Industriebevölkerung. Die kapitalistische Entwicklung löst die Bauernwirtschaft auf und liefert eine überschüssige Bevölkerung sowohl für die In dustrie als auch für den Verkehr und Handel. Die Kapi talisten können deshalb wegen ihrer Versorgung mit „Arbeits händen“ beruhigt sein: die Grundbesitzer, die sich gar nicht um die Kapitalisten kümmern, sondern vielmehr sich ärgern, daß diese ihnen die Arbeiter „entführen“, vertreiben in Wirklichkeit selber immer mehr Arbeiter vom Lande nach den Städten oder nach den Kolonien. Die auf diese Weise vor sich gehende Vertei lung der Produktivkräfte drückt die Arbeiterschaft wie eine schwere Last: die vom Lande verjagten Arbeiter machen den In dustriearbeitern Konkurrenz und erschweren ihren Kampf um bessere Arbeitsbedingungen. Die Zahl der mit der Gewinnung von Lebensmitteln Beschäftig ten vermindert sich also relativ immer mehr. Was tun aber die freigewordenen Arbeitskräfte? Die Gewerbezählungen Deutschlands geben auf diese Frage Antwort. Am meisten stieg die Zahl der unproduktiven Klassen, zu denen ich Armee, Staatsbeamte, Rentner und häusliche Dienst boten rechne. Die Zahl der „Erwerbstätigen“ dieser Gruppen nahm von 1882 bis 1985 um 807 000 Personen zu.*) Ferner führte die Entwicklung des Kapitalismus zur Aus dehnung des Verkehrs und Handels. Die Zahl der darin Be schäftigten stieg um 737 000 Personen. Obgleich diese Bevölke rungsgruppe keinen direkten Anteil an dem Produktionsprozeß *) Dabei sind nur die Berufe in Betracht gezogen worden, die eine Vermehrung von über 10000 Personen aufwiesen. Die anderen, die sich um eine geringere Zahl vermehrten, wurden nicht mitgerechnet.