5 gewährend. »Von den im Jahre 1876 für Bremen eingekommenen Schiffen konnten ihrem Tiefgange nach die Stadt erreichen 34°/o- Die Gesamtladefähigkeit derselben repräsentiert 5% der Gesamtladefähigkeit aller für Bremen in die Weser ein gelaufenen Schiffe« klagt die Handelskammer s. Zt. Wie anders jetzt! Wohl hatte sich Bremen 70 km unterhalb, 50 km von der offenen See gelegen, in Bremerhaven einen eigenen Seehafen ge schaffen. Aber das war eine Maßregel, die nur halbe Hilfe brachte: der Seeverkehr endete in Bremerhaven, der Landverkehr in Bremen selbst; das unbedingt notwendige Zwischenstück fehlte. Die üblen Folgen zeigten sich u. a. darin, daß sich in dem Zeitraum 1871/1880 der Hamburger Warenhandel von 2 auf 4, der Bremer nur von 2 auf 3 hob. Darum mußte Bremen, wollte es des mühsam Er rungenen nicht wieder verlustig gehen, alles daran setzen, sich selbst zum Seehafen zu machen. Dies geschah durch die von Bremen auf eigene Kosten ausgeführte, ungeheure Geldopfer fordernde Unter- (und Außen-) Weserkorrektion. Nach langwierigen Vorarbeiten stellte Ludwig Franzius 187g—1880 sein geniales Pro jekt auf, bis Bremen-Stadt eine Fahrrinne von 5 m Tiefe zu schaffen. April 1887 wurde das Werk begonnen. 1894 war es vollendet und »dem Meere der Weg zur Stadt gebahnt«, wie die Inschrift auf dem Franziusdenkmal an der großen Weserbrücke in Bremen lautet. Der größere Tiefgang der Schiffe bedingte übrigens seitdem eine weitere künstliche Vertiefung des Strombettes. Als fernere bedeutsame Etappe in der Entwicklung der Stadt ist dann noch der im Herbst des Jahres 1888 erfolgte Anschluß Bremens an das Zollgebiet zu erwähnen. Lange sträubte man sich dagegen, da man in der Aufgabe der Sonderstellung, in der »Errichtung einer trennenden Grenzmauer gegen das Ausland« Nachteile für den Handel befürchtete. Die Handelskammerberichte Anfang der 80er Jahre sprechen ein beredtes Zeugnis, und nur wenige Stimmen (Lahusen, Bremen und seine Sonderstellung; Bremen 1883) befürworten den Zollanschluß lebhaft. Genug, er kam, und mit ihm glücklicherweise ein neuer kommerzieller Auf schwung. Lassen wir nunmehr die Entwicklung zahlenmäßig an unserem Auge vorüberziehen. 3. Allgemeine Entwicklung in den letzten Jahrzehnten. Die Tabelle I gibt ein Bild über die allgemeine Entwich-