14 vertrauensvoll in die Zukunft blicken. Man wird auch hoffen dürfen, daß die widerstreitenden Interessen von Städten, die sich durch die Durchführung des Kanals bis zur Elbe geschädigt glauben, überwunden werden. Der wichtigste Umschlagplatz der Oberweser ist z. Z. Hameln, doch wird ihm in Zukunft höchstwahrscheinlich Hann.-Münden, am Zusammenfluß der Werra und Fulda gelegen, den Rang ablaufen. Kassel liegt ungünstiger. Langjähriger Bemühungen der beteiligten Kreise hat es bedurft, die Mündener Bahn- und Umschlagseinrichtungen zu verbessern und auf die Höhe der jetzigen Anforderungen zu bringen. Erst 1906 gelang das Werk unter tatkräftiger Mithilfe des Norddeutschen Lloyd, und die Stadt, die schon im Mittelalter der wichtigste Stapelplatz der Oberweser war, hat jetzt endlich ihre Bedeutung zurückerhalten. Gestützt auf vollkommene Eisenbahnverbindungen, ist sie bestimmt ein Sammelpunkt zu werden, der die Güter aus weiten, dem Weser verkehr bis dahin verschlossenen Gebieten Mitteldeutschlands von Elbe, Main und Rhein ab und an sich zu ziehen und sie weser- abwärts nach Bremen zu verfrachten imstande ist. Es ist zu hoffen, daß sie dem Oberweserverkehr die dringend nötige Be lebung bringen wird. Die Ergebnisse des letzten Jahres (1909) scheinen diese Hoffnung ja zu bewahrheiten. Vom Gesamtverkehr benutzten die Oberweser dem Gewichte t nach bei der Jahr Einfuhr Ausfuhr Durch schnittlich Jahr Einfuhr Ausfuhr Durch schnittlich 1888 II.2 °/o 6,3 % 9,4% 1905 10,0 % 7,9 % 9.1 % 1893 6,0 °/ 0 4,6% 5.4% 1906 9,8 % 7.9 % 9,0 % 1898 9,i % 9.2 % 9,i % 1907 9,8 % 7,7% 8.9% 1903 10,6 % 7,9 % 9,4 % 1908 9.5 % 7,o % 8,5 % 1904 7,8% 6,8 % 7,4 % 1909 12,8 % 8,0% 10,7 % Der Anteil der Oberweserschiffahrt an der Güterbeförderung ist also während dieses Zeitraumes ziemlich unverändert geblieben. Aus den kleinen Schwankungen auf eine Tendenz schließen zu wollen, wäre verfehlt, da äußere Umstände, wie Eisgang und niedriger Wasserstand, von zu großem Einflüsse sind. Aber wenn, wie dies häufig geschieht, »die erfreuliche Tatsache konstatiert wird, daß der Ob er weser verkehr sich weiter gehoben« hat, so sind diese Lobpreisungen auf das richtige Maß zurückzuführen: prozentual ist bis 1908 keine Steigerung erfolgt. Für 190g ist in der einkommenden Fahrt eine überaus scharfe Besserung