42 Artikel unter normalen Umständen nicht verlieren wird. Gefähr liche Konkurrenz könnte ihm von den Nordseehäfen außer Ham burg nur Rotterdam machen, woselbst die Löschung mindestens ebensogut erfolgen könnte. Aber durch die Seehafenausnahme tarife für Baumwolle sind die deutschen Nordseehäfen während der Dauer der Tarife — und daß diese je aufgehoben würden, steht nicht zu erwarten — so geschützt, daß sie Rotterdam nicht zu fürchten haben. Die gegenwärtig geltenden Ansnahmetarife für Baumwolle sind nach Auskunft der Eisenbahn für Verladungen nach 1. Süd- und Mitteldeutschland. Ausnahmetarif S. 14; 2. Österreich-Ungarn: a) Südösterreichisch-ungarisch-deutscher Güterverkehr, A.-T. 25 (Triest, Fiume, Pola, Rovigno); b) Deutsch-westösterreichisch-ungarischer Seehafenverband, A.-T. 16; c) Deutsch-österreichisch-ungarischer Seehafenverband, Verkehr mit Österreich und Verkehr mit Ungarn, A.-T. 12; 3. Schweiz: Norddeutsch-schweizerischer Güterverkehr, Seehafen-A.-T. 13; 4. Italien: via Chiasso und Pino (Schweiz) und Peri (Österreich) A.-T. 25, von dort für die italienische Strecke nach einigen Stationen A.-T. 18; 5. Belgien: A.-T. 2; 6. Rußland; A.-T. 3 A und 3 B im Niederländisch-deutsch-russischen Grenz verkehr; 7. Dänemark: A.-T. 6c. Nach den Niederlanden findet Baumwollverfrachtung zu einem Vorzugstarif nur im indirekten Verkehr statt. Nach Frankreich und Schweden existieren z. Zt. keine Ausnahmetarife für Baumwolle. ■* Die Ausnahmetarife gelten für Verladung sowohl ab Bremen als auch ab Bremerhaven. Ernster scheint mir die zunehmende Konkurrenz Triests. Die österreichische Regierung tut alles, um diesen Hafenplatz mit guten Eisenbahnverbindungen auszustatten und ihm durch Tarifermäßigungen ein möglichst ausgedehntes Hinterland zu er obern. Ein Teil der österreichischen Spinnereibezirke, die Schweiz, Südbayern dürften Bremen unter diesen Umständen demnächst verloren gehen, selbst wenn man das Vorgehen Österreichs deutscherseits mit Tarifänderungen beantworten würde. Tatsäch lich ist es Triest gelungen, uns einen Teil des österreichischen Bedarfs schon jetzt abzufangen. Das Minderergebnis der Saison 1908/09 so ^ darauf zurückzuführen sein. Aber abgesehen von diesem mehr tarifarisch auszufechtenden Wettstreit der Häfen scheint es mir angebracht auf eine andere dunkle Wolke hinzuweisen, die möglicherweise der Suprematie Bremens im Baumwollhandel gefährlich werden kann.