5* 6? Zwischenanlaufshäfen werden die Sachen ähnlich liegen. Zwecks besserer Ausnutzung der Schiffsräumte müßte man der einkommen den Fahrt größere Gütermengen zuzuführen bedacht sein. Die Handelsbeziehungen Bremens zum fernen Osten gehören zu den wenigen wirklich erfreulichen Erscheinungen im Gesamt bilde seines Handelsverkehrs. Verhältnismäßig hat sich bei Bremen die Ausfuhr nach dort, bei Hamburg die Einfuhr von dort stärker gehoben. Die relativ hohe Ausfuhr ist um so be deutungsvoller, als der Exporteur an ihr im allgemeinen mehr verdient als an der Einfuhr, bei der es sich vielfach um Massen güter handelt, die — von der Schiffahrt sei hier abgesehen — vom Kaufmann in der Regel nur mit sehr geringem häufig in keinem Verhältnis zum Risiko stehendem Aufschlag weitergegeben werden können. Daß die Bedeutung Ostasiens für den bremischen Handel von den maßgebenden Kreisen voll gewürdigt wird, geht u. a. aus verschiedenen Jahresberichten der Handelskammer hervor. Noch 1904 betont sie, »daß man von deutscher Seite allen Ver suchen Englands, die Yangtse-Gebiete als speziell englische Inter essensphäre zu bezeichnen, mit größter Festigkeit entgegentreten muß.« Der interessanteste Versuch, den Handel Bremens mit China und Japan zu heben, wurde 1896 unternommen. In diesem Jahre wurde nämlich eine Sachverständigenkommission dorthin ge sandt, um die Handelsverhältnisse genau zu studieren. Die Baum wollbörse gewährte dazu einen Beitrag von 30000 Mk., der Nord deutsche Lloyd freie Fahrt. Wenn die Arbeit der Kommission keine in die Augen springenden Erfolge zeitigte, so liegt das nicht etwa an dem System, sondern daran, daß Ostasien seitdem eigent lich überhaupt noch nicht zur Ruhe gekommen ist. Erst brachte das Ende des Jahrhunderts den japanisch-chinesischen Krieg, dann kamen die Boxerunruhen, und endlich entlud sich der lange latent gebliebene Gegensatz zwischen Rußland und Japan in einem ge waltigen Kriege, der die Luft wohl etwas reinigte, sie aber doch nicht ganz zu klären vermochte. Die Wirkungen des russisch-japanischen Krieges sind in der Tabelle deutlich erkennbar. Das Jahr 1905 zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Steigerung der Ausfuhr nach beiden Ländern und einen Rückgang der Einfuhr aus denselben aus.