68 5. Handel mit Äfrika. Tabelle XXVI. Bremens Warenverkehr mit dem dunklen Erdteil bewegte sich in folgenden Grenzen (Werte in 1000 Mk.). Jahr Einfuhr Ausfuhr Einfuhrüberschuß i86g 1 458 495 963 1878 2 358 635 1723 1888 8 549 848 7701 1898 11 078 1278 9 800 1903 13 520 2 493 11 027 1904 12 354 2074 10 280 1905 17 710 2 781 14929 1906 15367 4343 II 024 1907 20 832 4743 16 089 1908 16145 4923 II 222 1909 3° 493 4734 25759 Von der Einfuhr entfällt mehr als die Hälfte auf das Kapland. Die Ausfuhr geht besonders nach den verschiedenen Gebieten an der ganzen mittleren afrikanischen Ost- und Westküste. Prozentual ist der Einfuhrüberschuß sehr groß. Es ist ein Austausch verhältnismäßig wertvoller Naturprodukte gegen Fertig fabrikate, deren Bedarf aber wegen der schwachen Bevölkerung und der niedrigen Kulturstufe, der Bedürfnislosigkeit und Armut der Eingeborenen ein nur geringer ist. Die Ausfuhr dorthin steht dementsprechend unter dem Zeichen »durchweg Ramschware.« Das Geschäft ist ein ausgesprochenes Faktoreigeschäft, ein Ver trieb der eingeführten Waren durch eigene Niederlassungen und Agenten. Der Anteil Bremens am afrikanischen Handel ist nur gering, obwohl er recht alten Ursprungs ist. Hemmend für ihn war das Fehlen guter direkter Schiffsverbindungen. Diese wie der Handel sind fast ausschließlich in hamburgischen Händen. Selbstredend ist der Handel Bremens mit Afrika einer be deutenden Steigerung fähig. Nachdem das Hinterland der deut schen Kolonien allmählich durch Bahnen aufgeschlossen und da durch auch für wertvollere Fabrikate aufnahmefähig wird, ist die Möglichkeit vorhanden, sich noch rechtzeitig einen entsprechenden Anteil am Handel mit diesen jungfräulichen Gegenden zu sichern. Hamburg in seinen alten Domänen zurückzudrängen hält schwer, da das Beharrungsgesetz und nicht selten finanzielle Abhängigkeit solchen Bestrebungen einen Damm entgegensetzen. Doch wird sich die Einfuhr der für die Nahrungsmittelindustrie wichtigen