6g tropischen Rohprodukte immerhin vergrößern lassen, um so mehr, weil Bremen großer Selbstverbraucher darin ist. Wir haben gesehen, daß außer bei Mittelamerika mit seinen besonderen Verhältnissen Bremen überall da, wo es nach Errichtung guter direkter Schiffsverbindungen ernsthaft und unbeirrt durch zuerst sich auftürmende Schwierigkeiten in den Konkurrenzkampf eintrat, Erfolge hatte. Vornehmlich in solchen Gegenden, wo sich der Kaufmann bestehendem bereits spezifisch ausgebildetem Ge schmack nicht sklavisch anzupassen brauchte, sondern wo die Be völkerung wahllos alle Kulturgüter aufnahm und in einer be stimmten Richtung erzogen werden konnte. Auch Afrika bietet noch ein weites Feld der Betätigung, weil Handel und Verkehr nur erst sehr unvollkommen ausgebildet sind. Wenn dort auch Hamburg fest im Sattel sitzt und wenn auch England aus poli tischen Gründen einen gewissen Vorsprung hat, wird man doch den Schluß wagen dürfen, daß für Bremens Afrikahandel zwar kein so außerordentlicher Aufschwung wie bei Ostasien und Australien, aber doch immerhin ein entsprechender, die kauf männischen Einführungskosten und die eventuellen Verluste der Schiffahrtsgesellschaften in den ersten Jahren (anfängliche Verluste der Hamburg-Bremer Afrika-Linie!) auf die Dauer doch reichlich lohnender erheblicher Aufschwung des Verkehrs aller Wahrschein lichkeit nach eintreten wird. Am wichtigsten für den bremischen Handel sind vorderhand die britischen Besitzungen in Südafrika. Sind sie doch eins der Hauptproduktionsländer für Schafwolle. In welchem Maße sich der deutsche Warenverkehr mit Südafrika zwischen Hamburg und Bremen teilt, ist aus Tabelle 27 ersichtlich. In der Wolleinfuhr ist zunächst die Tatsache festzustellen, daß die Einfuhr über Bremen bis zum Jahre 1897 durchweg überwiegt. Dann gewinnt Hamburg einen Vorsprung, und obschon Bremen bei den anormalen Verhältnissen d. J. 1900 noch einmal ein kleines Mehr aufweisen konnte, so ist es doch schon 1901 mit der Herrlich keit wieder vorbei. Seitdem bis einschließlich 1908 steht einer direkten Wolleinfuhr Bremens aus Südafrika im Gesamtwerte von 7 6 1 / 2 Millionen Mk. eine solche Hamburgs im Werte von io 5 1 / 2 Millionen Mk. gegenüber. Was bei Bremen als Einfuhr außer Wolle bleibt und was an Ausfuhrgütern nach Südafrika geht, ist so lächerlich gering, daß es einer Erwähnung nicht wert ist.