XXIII Wenn es scheint, daß sich Ketzerei in diese sozialistischen Seiten eingeschlichen hat, daß liebgewonnene Phrasen abgetan oder in einen neuen Sinn gekleidet worden sind, so dürfen die Sozialisten nicht ver gessen, daß sie sich nach jeder Etappe von Erfolgen über die nächsten Schritte ganz klar sein müssen. Je weiter wir Vordringen, desto sto ischer müssen wir werden. Die apokalyptischen Visionen, die unsere Anstrengung anspornen, müssen vor der befriedigenden und geseg neten Müdigkeit weichen, die man am Ende eines Tagewerkes emp findet, das für eine Sache vollbracht worden ist, in die der Arbeiter seine ganze Seele gelegt hat. Die naive Hoffnung auf die Wiederkehr Christi war für die Gründung des Christentums notwendig; die Fortdauer der Kirche erheischte jedoch die Verzichtleistung hierauf zugunsten eines Glaubens an ewige Zwecke. „Gottes Mühlen mahlen langsam“, aber denen, die sich mit ihrer schwerfälligen Bewegung ausgesöhnt haben, bleibt die Genugtuung, daß die Mühlsteine nichts verfehlen. Ein Schlußwort bleibt zu sagen übrig. Vielleicht muß es so klin gen, daß es etwas wie ein Bedauern ausdrückt. Die Zuchthaus arbeit, zu der es zu verurteilen die Wähler einem Parlamentsmitgliede die Ehre erweisen, läßt ihm nicht allein für die mechanische Arbeit, ein Buch zu schreiben, kaum die nötige Zeit, sondern verbraucht auch den größten Fonds seiner frischen Geisteskräfte. Und wenn er am Ende von Sessionen in christlicher Demut Zusehen muß, daß das Werk von Monaten wie durch eine Flut unbarmherzig wegge fegt wird, so bleibt ihm nur ein magerer Trost, wenn er nicht allein sieht, wie die Zeit so schnell dahinfließt, sondern auch, wie spärlich die Anzahl der gesammelten Garben ist. Die Zeit muß kommen, wo sich die parlamentarische Arbeit geschäftsmäßiger gestalten wird — oder niemand, der die Zeit noch zu schätzen weiß, wird sich je auf den grünen Bänken des Hauses der Gemeinen einen Platz suchen. Diese Untersuchung beansprucht nichts mehr zu bieten als Gedanken, die in zerstreuten Augenblicken der Muße in dem Geiste eines Menschen aufgestiegen sind, der sich durch unfruchtbare Sessionen hindurch übermäßig anstrengen mußte, der die hier behandelten Probleme prak tisch kennen gelernt hat, der als ein „Mann des Hauses der Gemeinen“ über die wirklichen Probleme der Regierung, wie sie sich ihm in der Arena der politischen Diskussionen dargeboten haben, nachgedacht hat, und der von der Sehnsucht erfüllt ist, das Parlament leistungs-