- ■ Apfelwein 28 Aprikosenkerne men. Die kugelrunden, oft etwas abgeplatteten Früchte sind von einer hellgelben bis dunkelrotorangen ­ Schale umgeben, welche ein wohlriechendes ­ ätherisches Öl, das Apfelsinenöl, enthält. Darunter folgt eine weiße, schwammige Schicht, die Pulpa, aus welcher ein weißer, kristallisierbarer ­ Bitterstoff, das Hesperidin, abgeschieden ­ worden ist, und, schließlich das saftige ­ Fruchtfleisch, welches seinen säuerlichsüßen Geschmack einem Gehalte an rund i o/ 0 Zitronensäure ­ und 5—6 o/o Zucker verdankt. Mit zunehmender ­ Reife wächst der Zuckergehalt und der süße Geschmack. Als Zeichen der Güte gilt dünne Schale und hohes Gewicht, doch gibt es auch eine sehr geschätzte kleine Sorte mit gelbroter Schale und rotem Fleisch, die erst im vorigen Jahrhundert bei uns bekannt gewordene Mandarinenorange oder Blutapfelsine. Die A. werden in Kisten versandt und zur Herstellung ­ von Marmelade benutzt, meist aber roh verzehrt. Als beste Sorten gelten die von Malta, Genua und dem Gardasee. Apfelwein (Apfelwein, Cider, frz. Cidre, engl. Cyder), die wichtigste Sorte Obstwein, wird aus dem ausgepreßten Safte der Äpfel durch Gärung gewonnen. Während aber bei der Traubenweinbereitung mit wen : g Ausnahmen ­ der edelste Wein da erzielt wird, wo jede Sorte für sich gesondert gekeltert wird, ist bei der Bereitung des A. die Benutzung verschiedener ­ Sorten geradezu Erfordernis für die Erzielung eines guten Produkts. Das Obst wird zerrieben und der Troß genannte Brei nach 12—48 Stunden langem Stehen in bedeckten Kufen ausgepreßt, worauf die Gärung von selbst eintritt. 100 kg Äpfel geben 70 bis 120 1 Most. Zur Ausgleichung des Geschmacks ist der Zusatz ­ geringer Mengen Wasser und Zucker zulässig, ­ hingegen ist die Verwendung der in den Ausführungsbestimmungen zu § 10 des Weingesetzes ­ vom 7. April 1909 aufgeführten Stoffe, insbesondere von löslichen Aluminiumsalzen, Bariumverbindungen, Borsäure, Glyzerin, Salizylsäure, ­ unrejnem Stärkezucker, Teerfarben usw. verboten (s.Wein). Der A. ist selten länger als sieben Jahre haltbar, wird aber gewöhnlich schon binnen Jahresfrist genossen und in Fässern versandt. Einen besonderen Ruf genießt der Frankfurtcr A. Die hauptsächlichsten Erntegebiete ­ sind Hessen, Württemberg, Baden und neuerdings auch Sachsen, im Auslande die Schweiz, England, Normandie und Pikardie. Apiol, der kristallinische, kampferartige Bestandteil ­ aus dem ätherischen Öl der Petersilienfrüchte, ­ welcher bei 30 0 schmilzt und bei 294 0 unzersetzt siedet, ist in Wasser unlöslich, leicht löslich in Alkohol, Äther und fetten Ölen, besitzt schwachen Petersiliengeruch und findet therapeutische ­ Anwendung gegen Wechselfieber als Ersatz des Chinins und gegen Menstruationsbeschwerden. ­ Apollinaris, das bekannte kohlensaure Mineralwasser ­ der Apollinarisquelle bei Remagen, welche nach Mitteilungen des „Mineralwasserfabrikant'' 1901, Nr. 38 einer rein englischen A.-G. oder ihrer Tochtergesellschaft gehört. Das Wasser, welches in ungeheuren Mengen, besonders nach England, versandt wird, in Deutschland aber, weil es enteisent und mit Kohlensäure gesättigt wird, nicht als natürliches Mineralwasser bezeichnet ­ werden darf, enthält in i kg 2,676 g gelöste Stoffe, nämlich 1,3521 g Natriumbikarbonat, ­ 0,3755 g Kalziumbikajrbonat, 0,5756 g Magnesiumbikarbonat, ­ 0,0167 ff Ferrobikarbonat, 0,3765 g Natriumchlorid, 0,2126 g Natriumsulfat und 0,0137 g Kieselsäure. Apomorphin (lat. Apomorphinum, frz. Apomorphine, engl. Apomorphin), ein Zersetzungsprodukt ­ des Morphins, entsteht aus diesem durch Einwirkung heißer überschüssiger Salzsäure unter Druck als weiße kristallinische Masse, welche an der Luft bald grün wird und sich in Äther und Benzol mit roter, in Chloroform mit violetter Farbe löst. Das A. ist eines der heftigsten ­ Brechmittel und äußert diese Wirkung schon beim Einspritzen unter die Haut. Zu medizinischen Zwecken verwendet man gewöhnlich ­ das Chlorwasserstoffapomorphin (salzsaures A., lat. Apomorphinum muriaticum s. hydrochloricum). Aprikosen (Marillen, Maletten, frz. Abricots, engl. Apricots), die Steinfrüchte des Aprikosenbaums, ­ Prunus armcniaca oder Armeniaca vulgaris, eines in, Armenien, China und Japan einheimischen Baumes, der -in Italien, . Deutschland, Österreich, Frankreich angebaut wird, besitzen eine sammetartig behaarte Schale und eine meist kugelförmige Gestalt (Muskateller- ­ und Mandel-A.), doch gibt es auch plattgedrückte ­ und eiförmige Sorten (Pfirsich-A.). Von der großfrüchtigen, spätreifenden echten A. unterscheidet man die einseitig gefurchten, auf der Sonnenseite geröteten Früchte von gelber Grundfarbe; sie haben ein charakteristisches Aroma und enthalten an Geschmackstoffen neben 6—7 0/0 Zucker etwa 1 0/0 freier Säure, welche sich in wechselnder Menge aus Zitronensäure und Äpfelsäure zusammensetzt. Sie müssen zur Vermeidung von Verletzungen einzeln gepflückt (nicht geschüttelt) werden und dienen, abgesehen von den frisch in den Handel kommenden, zur Herstellung von Marmelade, Dörrobst (s. d.) und, besonders in England, auch von Aprikosenwein. ­ Aprikosenäther, ein in der Konfektfabrikation benutzter künstlicher Fruchtäther, der aus einer alkoholischen Lösung von Chloroform, Buttersäureäthyl- ­ und -amylester und einigen anderen Riechstoffen besteht.-Aprikosenkerne oder -steine, die Steinkorne der A., welche einen nicht unwichtigen Handelsartikel ­ von zunehmender Bedeutung bilden, besitzen ­ eine eirunde, seitlich zusammengedrückte Gestalt und sind an einer Seite mit Kante versehen. ­ Sie umschließen innerhalb ihrer harten Schale einen süßen oder bitteren Samenkern, der den Mandeln ähnlich, aber zum Unterschiede ­ von diesen wesentlich kleiner, ungefähr so lang wie breit und flach herzförmig ist und, nicht eine rauhe (schilferige), sondern glatte Oberfläche besitzt. Die A. enthalten etwa 40 bis 50 0/0 eines fetten Öls, die bitteren können auch zur Herstellung eines dem Bittermandelöl ähnlichen ­ ätherischen Öles (durch Destillation) benutzt ­ werden. In der Hauptsache finden sie als sog. „Mandelersatz“ in der Konditorei sowie zur Verfälschung von Marzipan Verwendung. Der Nachweis gelingt mit Hilfe der mikroskopischen