Austerschalen 36 Azetophenon dischen Küsten, als Natives die kleineren A, von England undOstende, doch werden am letz teren Orte nicht A. gezüchtet, sondern nur aus England eingeführte in Bassins aufbewahrt. Die Holländer züchten junge A. mittlerer Größe in der Osterschelde nach der neuen französischen Methode. Fischauster ist eine sehr große, außerhalb der Austernbänke gefischte nordische Auster, die einen fischigen Beigeschmack und weniger zartes Fleisch hat. In Italien sind Tarent und Venedig, in Österreich Triest ergiebige Fang plätze, während Schleswig nur 4—5 Millionen Stück jährlich liefert. Das Alter der A., das mindestens 3 und höchstens 5 Jahre betragen soll, erkennt man an der Zahl der blättrigen Schalenschichten, die sich jährlich um eine ver mehrt. Die A. bilden ein nahrhaftes und diäteti sches Genußmittel, zeigen aber in seltenen Fäl len, wahrscheinlich nach Aufnahme fauliger Nah rung, giftige Eigenschaften. Beim Genüsse er scheint daher eine gewisse Vorsicht und beson ders Ausschaltung aller toten, offenstehenden Exemplare geboten. Von Amerika (Baltimore) werden große Mengen ausgeschälter, in Blech büchsen konservierter A. verschickt. Austerschalen (lat. Conchae, frz. Ecaille d’hui- tre, engl. Oyster-shells) werden, nachdem sie genügend gereinigt sind, zu Pulver gemahlen und teils als Putzpulver, teils unter dem Namen präparierte A. (Conchae praeparatae) zu Zahnpulvern benutzt. Sie bestehen größtenteils aus kohlensaurem Kalk. Autan nennen die Farbenfabriken vorm. Bayer & Co. in Elberfeld ein von Eichengrün er fundenes Mittel zur Zimmerdesinfektion, wel ches aus einem Gemisch von polymerisiertem Formaldehyd mit Bariumsuperoxyd besteht. Das A., ein weißes, schwach nach Formaldehyd riechendes Pulver, entwickelt, wenn es mit glei chen Teilen Wasser übergossen wird, gleich zeitig Formaldehyd- und Wasserdämpfe und soll in Menge von 1 kg zur Desinfektion von 25—30 cbm ausreichen. Avedyks Brot. Auf Grund der Tatsache, daß die wichtigsten Eiweißstoffe des Getreidekorns hauptsächlich in den äußeren Randpartien sitzen und von der modernen Hochmüllerei mit der Kleie entfernt werden, hat man mehrfach ver sucht, das ganze Korn zur Brotbereitung heran zuziehen. A. wird aus dem eingeweichten, zer quetschten und dann zu Teig verarbeiteten Korn hergestellt. Die Ansichten über den Wert des selben sind geteilt, denn wenn auch der höhere Eiweißgehalt außer Zweifel steht, so wird doch durch die Schalen eine Reizung des Darmes und damit eine verringerte Ausnutzung herbeigeführt. Aventurin, ein gelbbrauner bis roter Quarz, mit feinen Sprüngen oder Glimmerschüppchen durchsetzt, welche ein flimmefndes Aussehen hervorrufen, wird zu Schmucksachen und an deren Kunstgegenständen verarbeitet. Aventuringlas, ein prachtvolles braungelbes, goldig schimmerndes Glas, welches früher in Venedig nach einem Geheimverfahren hergestellt wurde. Seitdem Wöhler und Pettenkofer zeigten, daß die Flimmer in dem durch Eisen oxydul grün gefärbten Glase durch fein verteilte Kriställchen von metallischem Kupfer hervor gerufen werden, stellt man das A. ganz allge mein in der Weise her, daß man dem Glassatze ■ Kupfer als Oxydul zusetzt. Die erhaltenen Glä ser sind dem mineralischen Aventurin sehr ähn lich und werden wie diese*r zu Schmuckgegen ständen verarbeitet. Das grüne A. von Pe- louze erhält einen Zusatz von Kaliumdichromat, wodurch eine Ausscheidung glänzender schwarz brauner Kriställchen in grüner Grundmasse ver ursacht wird. Aventurinlack nennt man einen, besonders in Japan erzeugten, schillernden Lack. Avizol, ein neuerdings aus Kopenhagen ein geführtes Präparat, welches das Trübewerden von Bonbons aus geschmolzenem Zucker ver hindern soll, besteht aus nichts als schweflig saurem Natrium. Da bei der Schmelztemperatur des Zuckers die schweflige Säure nahezu voll ständig ausgetrieben wird, lassen sich gesund heitliche Bedenken gegen dieses Verfahren nicht erheben. Azalin, ein Gemisch von Zyanin und Chino linrot, dient zur Herstellung orthochromatischer Platten. Azarin, ein seit 1883 bekannter Teerfarbstoff, das Ammoniaksalz der Dichloramidophenolhy- drazobetanaphtolsulfosäure, kommt als gelber, nach schwefliger Säure riechender Teig in den Handel und findet in der Baumwollendruckerei Verwendung. Azetate, in der Chemie gebräuchliche Be zeichnung für essigsaure Salze, z. B. Bleiazetat für essigsaures Blei. Az:tinb!au, ein zur Gruppe der Induline ge höriger Teerfarbstoff. Azeton (Dimethylketon, lat. Acetonum,frz. Acötone, engl. Aceton), CH s .CO.dJ 3 , ein re gelmäßiger Bestandteil des Blutes und Harns, in welchen es aber nur bei krankhaften Zustän den (Diabetes, Azetonurie) in größeren Mengen auftritt, entsteht bei der trockenen Destillation vieler organischer Stoffe, wie Zucker, Zellulose, Gummi, Holz, und findet sich daher stets im rohen Holzessig resp. in dem rohen Holzgeist. Zur Trennung des A. von dem gleichzeitig vor handenen Methylalkohol versetzt man den Holz-- geist mit Kalziumchlorid, welches mit dem Me thylalkohol eine kristallinische Verbindung lie fert, und destilliert nun das A. ab. Weitere Mengen werden aus dem bei der Anilinherstel lung abfallenden Kalziumazetat durch trockene Destillation dargestellt. Die Gewinnung des che misch reinen A. beruht auf der Eigenschaft, mit Natriumbisulfit eine kristallierte Verbindung ein- zügehen. A. ist eine farblose, leicht bewegliche, neutral reagierende Flüssigkeit von scharfem Geruch, welche leicht mit kaum rußender Flamme verbrennt. Das spez. Gew. liegt bei 0,800, der Siedepunkt bei 56°. Es mischt sich mit Wasser, Alkohol, Äther und Chloroform, löst Fette und Harze, Kampfer und Kautschuk und findet da her in den diese Stoffe verarbeitenden Indu strien vielfache Anwendung. In der chemischen Industrie dient es zur Darstellung von Kollo dium, Chloroform, Jodoform und Sulfonal. Auch ist es ein Bestandteil des Zaponlacks. Azetophenon, Hypnon, Azetophon, C 6 H 5 . CO. CH 3 , ein farbloses oder schwach gelbliches Öl von scharfem Geschmack und eigentüm lichem Geruch, welches bei 14 0 zu Krislallblät- tern erstarrt und bei 200 0 siedet, löst sich kaum