Azetopyrin 37 Azofarbstoffe in Wasser, leicht in Alkohol, Äther, Chloroform und fetten Ölen. Bei der Anwendung als Schlaf mittel (in Gelatin<;kapseln) ist Vorsicht ge boten. Vorsichtig aufzubewahren! Azetopyrin (Akopyrin), eine Verbindung von Antipyrin mit Aspirin, kommt als weißes Kri stallpulver vom Schmelzpunkte 65° in den Han del und wird als Ersatz seiner Einzelbestand teile gegen Fieber und Rheumatismus verordnet. Azetylen, ein gasförmiger Kohlenwasserstoff (C.jH,), entsteht bei der Einwirkung von Wasser auf Kalziumkarbid und findet in der Beleuch tungstechnik ausgedehnte Verwendung. Wegen der großen Explosionsfähigkeit von Azetylen luftgemischen ist bei der Behandlung der Appa rate Vorsicht geboten, auch müssen an ihnen Kupferteile vermieden werden, weil Azetylen kupfer stark explosiv ist. Zur Reinigung des Azetylens benutzt man ein Gemisch von Chlor kalk mit Bleichromat (Akagin) oder mit Chrom säure getränkte Kieselgur (H eratol) oder Kiesel gur mit einer Lösung von Kupferchlorür und Salzsäure (Frankolin). Az tylzellulose, Zelluloseazetat, entsteht bei der Einwirkung von Azetylchlorid und Zink- azetat als eine in Wasser, Alkohol, Äther und Azeton unlösliche, in Chloroform und Eisessig lösliche Masse, deren Chloroformlösung beim Verdunsten elastische, durchscheinende Häut chen hinterläßt. Sie findet zur Herstellung von Films, isolierenden Überzügen usw., neuerdings auch von Geweben (Zellon), ausgedehnte An wendung. Azinfarbstoffe sind Abkömmlinge des Ortho- chinondiimids und durch das Vorhandensein zweier Stickstoffatome, entsprechend der allge meinen Formel: R.N 2 .R, gekennzeichnet. Das einfachste Glied der Reihe ist das Phenazin, C G H 4 .N 2 . C 6 H 4 , daneben kommen noch in Be tracht das Phenonaphtazin, C 6 H 4 . N 2 . C 10 H 0 , das Dinaphtazin, Cj 0 H s . N 2 . C 10 H 6 , usw. Von diesen Endgliedern lassen sich folgende Farb stoffgruppen ableiten: Durch Eintritt von 1 oder 2 Aminogruppen in das Phenazin entstehen die Eurhodine (s. Neutralrot), durch Ein tritt von Hydroxylgruppen die Eurhodole. Als Amidoderivate des Phenonaphthazins sind die wosinduline und die Isorosinduline (s. In duline) anzusprechen. Treten an den mittleren Stickstoff der Eurhodine oder Eurhodole noch Alkylgruppen, so entstehen die Safranine (s. d') bzw. Safranoie, Aposafranine und Sa- ‘ taninone. Wenn in die beiden Phenylgruppen des Phenazins je zwei alkylsubstituierte Ammo- | r )rppen eintreten und gleichzeitig der mittlere Stickstoff mit einer Alkylgruppe verbunden ist, gelangt man zu den Indulinen (s. d.), ' ^ H )s C 8 H 5 N 2 . C 0 H 2 (K. NH),. , Azoblau, ein blauschwarzes, in Wasser mit Holetter Farbe lösliches Pulver, welches Baum- w°ll e i m Seifenbade grauviolett färbt, besteht aus dem Natronsalze der Ortho-Tolidindisazo- a Phanaphtolmonosulfosäure. ,■ Azofarbstoffe. Unter diesem Sammelnamen •p t man eine außerordentlich große Zahl von eerfarben (s. d.) zusammen, welche sämtlich >e sog. Azogruppe, d. h. zwei miteinander dop- verbundene Stickstoffatome enthalten. Durch er bindung der beiden freibleibenden Valenzen mit organischen Radikalen entstehen ganz all gemein gefärbte Stoffe, welche aber noch nicht auf der Faser haften, vielmehr ist es zur Er zeugung eigentlicher Farbstoffe erforderlich, daß noch Gruppen sauren oder basischen Charakters eintreten. Die Farbstoffe, in denen mit der Azo gruppe nur Benzolreste verbunden sind, zeigen meist gelbe bis braune Töne, während durch Einführung der Naphtalingruppe oder anderer höherer Radikale auch rote, violette und blaue Farben entstehen. — Die Darstellung beruht im Grunde darauf, daß man ein Amin, z. B. Anilin, mit Salzsäure und Natriumnitrit diazotiert und die entstandene Diazoverbindung mit einem ge eigneten Amin oder Phenol zusammenbringt. Schon aus der Überfülle der verfügbaren Amine und Phenole ergibt sich, daß eine ungeheure Zahl von Azofarbstoffen theoretisch möglich ist. Sie wird nahezu unendlich, wenn man bedenkt, daß neben den Farbstoffen mit einer Azogruppe (Monoazofarbstoffe) auch solche mit zwei (Dis azofarbstoffe) und mehr Azogruppen (Tris-, Tetrakis-, Polyazofarbstoffe) hergestellt werden können. — Um einen gewissen Überblick über das große Gebiet zu geben, sei nach Mofa lau und Eucherer folgende Einteilung zugrunde gelegt. I. Die Monoazofarbstoffe zerfallen in folgende vier Unterabteilungen, a) Aminoazo- farbstoffe enthalten eine oder mehrere mit der Azogruppe verbundene Aminogruppen und entsprechen sonach der allgemeinen Formel; R. N : N . R 1 .NH 2 . Als wichtigste Glieder dieser Reihe seien angeführt: Chrysoidin' (s. d.). Säuregelb (s. Echtgelb), Diphenylamin orange (s. Säuregelb), Methylorange (s. d.), Bismarckbraun (s. d.), Toluylenbraun, aus Amidodiazotoluolsulfosäure und m-Phenylendi- amin, Azogelb (s. d,), Metanilgelb (s. d.). b) Oxyazofarbstoffe entstehen durch Einfüh rung von aromatischen Hydroxylderivaten in das Diazomolekül und werden demnach durch die allgemeine Formel R.N:N.Rt.OH darge stellt. Zu ihnen gehören u.a.: Naphtolorange (s. Tropaeolin), Echtrot (s. d.), Ponceau (s. d.), KosehenillescharlachGausDiazobenzol- chlorid und re-Naphtolsulfosäure. c) Monoazo farbstoffe aus Peri-Dioxynaphtalinderivaten umfassen eine Reihe von Farbstoffen, welche bei schönem blaustichigrotem bis violettblauem Tone und guter Lichtechtheit ein großes Egali sierungsvermögen besitzen und zur Erzeugung licht- und walkechter Beizenfärbungen auf Wolle, in der Regel mit Nachchromierung, dienen. Sie werden durch Einwirkung von Diazokörpern auf Dioxynaphtalindisulfosäure, die sog. Chro- motropsäure, hergestellt. Das bekannteste Glied der Reihe ist Chromotrpp 2 R. d) Oxykar- bonsäuremonoazofarbstoffe werden haupt sächlich zum Zeugdruck auf chromgebeizte Fa ser benutzt. Zu ihnen gehören Alizaringelb G und R, welche aus diazotiertem meta- oder para-Nitranilin und Sal zylsäure hergestellt wer den. II. Disazofarbstoffe werden nach dem Aus gangsmaterial in drei Unterabteilungen zerlegt, a) Disazofarbstoffe aus Monoazofarb- stoffen. Zu ihrer Herstellung kombiniert man einen Azofarbstoff mit noch einem Molekül einer Diazoverbindung, doch ist es meist nicht nötig, den Monoazofarbstoff vorher zu isolieren. Wich-