Azoorseillin tige Farbstoffe dieser Reihe sind: Naphtol- blauschwarz aus Aminonaphtoldisulfosäure (sog. H-Säure), Nitranilin, Anilin und Natrium nitrit, Resorzinbraun (s. d.) aus dem „Resor zingelb“, d. h. dem Kombinationsprodukt von diazotierter Sulfanilsäure und Resorzin, mit Di- azoxylolchlorid; Benzobraun G aus Phenylen- braun mit diazotierter Sulfanilsäure, Benzo- braunB aus diazotierterNaphthionsäure. b) D is- azofarbstoffe aus Diaminen. Als Aus gangsmaterial dieser Farbstoffe, welche beson ders zur substantiven Färbung der Baumwolle geeignet sind, kommen in beschränktem Maße auch Metadiamine, hauptsächlich aber Paradia mine (Benzidin, o-Tolidin, Dianisidin, Diamino- karbazol usw.) in Betracht. Zu ihrer Darstellung wird, an Stelle der früher angewandten Oxyda tion von Monoazofarbstoffen, in der Regel die Tetrazoverbindung der Diamine oder ihrer Deri vate mit zwei Molekülen derselben oder ver schiedener Oxy- resp. Amidoverbindungen ver kuppelt. Als wichtigste Farbstoffe der Gruppe sind anzuführen: Kongorot (s. d.), Benzo- purpurin (s. d.), Diaminschwarz R oderRO aus Benzidin und y-Aminonaphtolsulfosäure, ein schwarzes Pulver, das in konz. Schwefelsäure mit blauer, in heißem Wasser mit violettschwar zer Farbe löslich ist, Diaminschwarz B aus Äthoxybenzidin und der gleichen Sulfosäure, Diaminviolett N entsteht aus denselben Stof fen wie Diaminschwarz RO bei etwas anderer Versuchsanordnung. Vom diazotierten Tolidin leiten sich weiter ab: Rosa zur in B und G mit Methylnaphtylaminsulfosäuren, Brillantkongo R (s. d.), Chrysamin R (s. d.), Kongo korinth (s. d.), Azoblau (s. d.). Vom Benzidin leiten sich ab: Chrysamin G (s. d.), Kongo korinth (s. d.), Toiuylenorange mit o-Kre- solkarbonsäure und m-Toluylendisulfosäure, D i- aminscharlach mit je x Molekül Phenol und Naphtoldisulfosäure. Von der diazotierten Dia- minostilbendisulfosäure sind abgeleitet: Bril lantgelb (s. d.), Chrysophenin (s. d.), Hes sischgelb (s. d.), Hessischpurpur N und B (s. d.), Hessisch violett (s. d.). Aus Dia- midokarbazol entsteht mit Salizylsäure dasKar- bazolgelb; aus Diamidodiphenylharnstoff mit Salizylsäure das Baumwollgelb B, mit Naph thionsäure das Salmrot; aus Benzidinsulfon- disulfosäure mit Phenyls-Naphtylamin dasSul- fonazurin; aus der Tetrazoverbindung des Pa- radiaminoäthoxydiphenylamins mit Je l Molekül Phenetol und Salizylsäure das Diamingelb N. Vom Dianisidin leitet sich ab das Benzoazu rin G (s. d.) und das Heliotrop (s. d.), vom Diphenetidin das Benzoazurin 10B (s. d.). c) Disazofarbstoffe aus Amidoazofarb- st off en dienen hauptsächlich zur Wollenfärberei. Diejenigen Glieder, weiche Benzolkerne enthal ten, weisen lichtere Töne (Scharlach) auf, wäh rend bei Eintritt von zwei oder drei Naphtalin kernen violett- bis blauschwarze Farben ent stehen. Vom Aminoazobenzol leiten sich ab: Tuchrot G (s. d.), Krozein B (s. d.), Bril- lantkrozein M (s. d.), Ponceau 5R (s. d.); vom Amidoazotoluol leiten sich ab: Tuchrot B (s. d.), Krozein 3B (s. d.); vomAmidoazoxylol das Orseillerot A (s. d.), von Sulfosäuren des Amidoazobenzols D opp elscharlach (s. d.) und Biebricher Scharlach (s. d,), von derAmido- azotoluolsulfosäure durch Kombination mit a- oder ß-Naphtolsulfosäure das OrseillinBB und Bordeaux G, vom Amidoazoxylol Orseille rot A (s. d.), von der Diazobenzol- (bzw. to- | luol-) sulfosäure der Krozeinscharlach 3B \ und 7 B (s. d.), von der Diazobenzoldisulfosäure j das Wollschwarz (s. d.), von der Diazonaph- talindisulfosäure durch Kuppelung mit c-Naph- tylamin das Naphtylaminschwarz D, mit Diphenyl-m-Phenylendiamin das Anthrazit schwarz B. Aus Diazonaphtalinazobenzolsul- fosäure und ^-Naphtolsulfosäure entsteht Echt- i violett, aus Diazonaphtalindisulfosäure und /S-Naphtoldisulfosäure Naphtolschwarz B, : 3 B, 6B (s. d.). Aus diazotierter Amidosalizyl- säure, «-Naphtylamin und Naphtolsulfosäure wird das Diamant schwarz gewonnen. III. Von Polyazofarbstoffen, die ausschließlich für die Baumwollechtfärberei in Betracht kommen, seien lediglich Diamingrün und Benzoschwarz- blau angeführt. — Neben vorstehender Anord nung nach der chemischen Zusammensetzung kann man die Azofarbstoffe auch nach ihrem Verhalten zur Faser in folgende vier Gruppen einteilen: 1. Basische Azofarbstoffe, welche die gebeizte Baumwolle im kalten oder lauwarmen Bade färben, z. B. Anilingelb, Chrysoidin, Bis marckbraun; 2. Saure A., welche Wolle im kochenden sauren Bade färben, Baumwolle hin gegen ungefärbt lassen, z. B. Orange I—IV, Echtgelb, Orseille, Echtrot; 3. Substantive A., welche ungeheizte Baumwolle zu färben ver mögen, meist auch Wolle und Seide im neu tralen oder schwach sauren Bade färben, z. B. Kongorot; 4. Beizenfärbende A., z. B. Alizarin- gelb R. Die Azofarbstoffe finden in der Tech nik ausgedehnte Anwendung zum Färben tie rischer und pflanzlicher Fasern und kommen in zahllosen Farbtönen von Gelb, Rot, Blau, Violett und Schwarz von hoher Licht- und Waschecht heit in den Verkehr. Vor allem umfassen die Amino- und Oxyazofarbstoffe zahlreiche Säure farbstoffe, von denen besonders die orangen und roten (Ponceau, Bordeaux) als billige, wenn schon weniger echte Farbstoffe für Wollen- und Seidenfärberei benutzt werden. Azogelb (Azoflavin, Azosäuregelb, In diengelb), seit 1880 bekannter Azofarbstoff, ein ockergelbes, in heißem Wasser lösliches Pul ver, ist ein Gemenge von nitriertem Diphenyl aminorange mit Nitrodiphenylaminen. A. färbt Wolle in saurem Bade gelb. Azokokzin, braunes, in Wasser mit roter Farbe lösliches Pulver, besteht aus dem Natronsalz der Amidoazobenzolazoalphanaphtolmonosulfosäurc und wird in der Wollfärberei benutzt. — Eine andere Sorte, Azokokzin 2R, besteht aus dem Natronsalze der Xylidinazoalphanaphtolmono- sulfosäure und erscheint als rotbraunes Pulver. Azolitmin, der Farbstoff des Lackmus, aus welchem er durch Extraktion mit Wasser und folgende Behandlung mit Alkohol und Eisessig in reinem Zustande gewonnen wird. Die wäß rige Lösung, welche auf Zusatz von Alkalien blau und von Säuren rot wird, bildet einen der wichtigsten Indikatoren in der Alkalimetrie. Azoorseillin, ein seit 1883 bekannter Teerfarb stoff, der als schwarzvioletter Teig in den Han-