Bankulöl 42 Bariumverbindungen arbeiten, diesen in Stücke von Bambusrohr füllen und so eine Art von Kerzen gewinnen. Bankulöl (K ukuiöl, Javaöl, Aleuritesöl, frz. Huile de bancoul, engl. Kekune-oil, Candle nuts-oil), das fette Öl der Bankulnüsse (s. d.), ist, im kalt gepreßten Zustande klar, schwach gelblich und von angenehmem Geruch und Ge schmack. Warm gepreßt hat es eine bräunliche Farbe, dickflüssige Beschaffenheit und widrigen Geruch und Geschmack und wirkt ähnlich, dem Rizinusöl abführend. Das kalt gepreßte Öl hat ein spez. Gew. von 0,923, das warm gepreßte ein solches von 0,913. Das B. gehört zu den trocknenden Ölen, weil es bei einer Jodzahl von 184—195 zu 30 0/0 aus dem Glyzeride der Lein ölsäure besteht, und eignet sich daher zur Be reitung von Druckerschwärze und Ölfirnis als Ersatz des Leinöls, ebenso auch zur Seifen fabrikation. Man bezieht es von Guadeloupe, Martinique, Tahiti und Rüunion, ein großer Teil wird auch aus eingeführten Nüssen in Hamburg und Itzehoe gewonnen. Die Preßrückstände, Kandlenußkuchen, sind sehr stickstoffreich und eignen sich daher zu Viehfutter, voraus gesetzt, daß das Öl, wegen seiner abführenden Eigenschaften, möglichst entfernt worden ist. Barbafimaorinde (lat, Cortex barbatimao, frz. Ecorce de Barbatimao, engl, Barbatimao-bark). Unter diesem Namen erhält man verschiedene gerbstoffhaltige Rinden aus Brasilien, die zum Gerben sowie bisweilen als adstringierendes Heil mittel angewandt werden. Am häufigsten findet sich die Rinde von Pithecolobium Avaremo te mo, flache dunkelviolette Baststücke, die stellenweise mit ausgeschwitztem Gummi be deckt sind. Barellas Magenpulver besteht im wesentlichen aus Natriumbikarbonat. Bariumverbindungen. Das Barium, ein dem Kalzium und Strontium verwandtes metallisches Element vom Atomgewicht Ba = 137,4 findet sich nicht im freien Zustande in der Natur, weil es wie das Kalium Wasser zersetzt und Sauerstoff aufnimmt, ist aber in Form seiner Verbindungen, besonders als Karbonat (s. Wi- therit) und als Sulfat (s. Schwerspat) ziemlich verbreitet. Es kann nach der zuerst von seinem Entdecker Davy im Jahre 1808 angewandten Methode durch Elektrolyse von Bariumsalzen oder durch Behandlung derselben mit Natrium hergestellt werden, bildet aber für sich keinen Handelsartikel. In seinen Verbindungen, welche mit Ausnahme des Sulfats giftig sind, wird das Ba daran erkannt, daß es die Flamme des Bun senbrenners grün färbt und eine Reihe charak teristischer Spektrallinien erzeugt; in seinen Lö sungen ruft Schwefelsäure einen in Salzsäure unlöslichen weißen Niederschlag hervor. Von den zahlreichen Verbindungen, welche auch als Barytverbindungen bezeichnet werden, seien nur folgende technisch wichtigeren angeführt: Bariumchlorat (Chlorsaurer Baryt, lat. Baryta chlorica, Baryum chloricum, frz. Chlorate de ba- ryte, engl. Chlorate of barium), Ba(C10 3 ) 2 -|-H 2 0, entsteht bei der Einwirkung von Chlor auf heiße Bariumhydroxydlösung oder; bei der Elektro lyse eines Gemisches von Bariumchlorid und -karbonat mit Wasser und wird von dem bei gemengten Bariumchlorid durch Umkristallisie ren getrennt. Es bildet farblose, in Wasser leicht lösliche prismatische Kristalle, welche durch starke Reibung oder Schlag explodierbar sind, und findet in der Feuerwerkerei als Grünfeuer sowie in der Sprengtechnik Anwendung. — Ba riumchlorid (Chlorbarium, salzsaurer Ba ryt, Bariumchlorhydrat, lat. Baryum chloratum, Baryta chlorata s. muriatica s. hydrochlorata, frz. Hydrochlorate de baryte, engl. Chloride of barium), kristallisiert mit 2 Molekülen Wasser (BaCl 2 -j-2H 2 0) in Form farbloser, durchsichti ger Tafeln und löst sich leicht in Wasser zu einer unangenehm scharf schmeckenden gifti gen Flüssigkeit. Es wird dargestellt durch Zu sammenschmelzen von Schwerspat mit Kohle und Chlorkalzium oder durch Auflösen von Wi- therit in Salzsäure und nachfolgendes Umkri stallisieren. B. dient in der chemischen Analyse als Reagens auf Schwefelsäure und findet in der Technik ausgedehnte Anwendung zur Reini gung von Kesselspeisewasser und zur Herstel lung von Permanentweiß. Man erkennt es dar an, daß die Lösung mit Schwefelsäure einen weißen Niederschlag von Ba-Sulfat und mit Sil bernitrat eine käsigeFällung von Chlorsilber gibt. — Bariumchromat (lat. Baryum chromicum, frz. Chromate de baryte, engl. Chromateof barium) entsteht beim Fällen von Barytsalzlösungen mit Kaliumchromat als ein schwerer gelber Nieder schlag, BaCr0 4 , der eine wertvolle, licht-, luft- und wasserbeständige Malerfarbe (Barytgelb, Gelbin, gelber Ultramarin, Jaune de Steinbuhl) liefert. —■ Bariumhydroxyd (Ba riumoxydhydrat, Ätzbaryt, Barythydrat, kaustischer Baryt, lat, Baryta caustica s.hy- drata, frz. Hydrate de baryte, engl. Barytic hy- dräte), Ba(OH) 2 , ein weißes, in Wasser lösliches Pulver, welches aus heißer Lösung mit 8 Mole külen Wasser kristallisiert, wird entweder durch Glühen von Schwerspat mit Kohle und Kochen der in Wasser gelösten Schmelze mit Zink oder Kupferoxyd oder durch Glühen von Wi- therit im Wasserdampfstrome gewonnen. Es wurde früher bei der Entzuckerung der Rüben melasse benutzt, findet jetzt aber nur noch als chemisches Reagens Anwendung. Wegen seiner Neigung, Kohlensäure anzuziehen, muß es vor Luft geschützt aufbewahrt werden. — Barium karbonat (Kohlensaurer Baryt, lat. Baryum carbonicum, frz. Carbonate de baryte, engl. Carbo- nate of barium), BaC0 3 , bildet in der Natur das Mineral Witherit (s. d.), welches in Form derber Stücke oder als ein schweres Pulver von weißer bis grauer oder gelblicher Farbe in den Handel kommt. Auf chemischem Wege wird es durch Glühen von Schwerspat mit Kohle und Behand lung der aufgelösten Schmelze mit Kohlensäure dargestellt. B. bildet das Ausgangsmaterial zur Darstellung von Blanc fixe und anderen Ba- Verbindungen und wird außerdem als Ratten gift benutzt. Die Versendung erfolgt in Fässern von 300 kg. — Bariummanganat (Mangan- saurer Baryt, lat.Baryum manganicum), BaMn0 4 , bildet das in der Tapetenherstellung und als An strichfarbe benutzte Mangangrün oder Kas seler Grün (Rosenstiehls Grün, Vertige de roses) und wird durch Glühen von Barium hydroxyd und -nitrat mit Braunstein oder durch Überleiten von Luft über ein erhitztes Gemisch