Baseler Blau 44 Baumwolle Bau- und Pflastermaterial (Schotter und Pflaster steine) und wird überdies als Zuschlag beim Aus schmelzen von Eisenerzen und bei der Herstel lung von dunklem Flaschenglas gebraucht. Große Mengen B. werden auf der Elbe von. Böhmen nach Sachsen und Preußen verschifft sowie auch im Rheinlande gewonnen. Baseler Blau, ein zur Gruppe der Safranine gehöriger Teerfarbstoff, bildet ein braunes Kristallpulver, das mit blauvioletter Farbe in Wasser löslich ist und mit Tannin und Brech weinstein gebeizte Baumwolle blau färbt. Es wird dargestellt durch Einwirkung von salz saurem Nitrosodimethylanilin auf Ditolylnaph- tylendiamin und besteht ausTolyldimethylamido- phenotolylimidonaphtazoniumchlorid. Baseler Grün ist ein mit Chromgelb gemisch tes Schweinfurter Grün (s. d.). Basilikumkraut (Basilienkraut, Königs kraut, lat. Herba Basilici, frz. Basilic, engl. Basil), die getrockneten Blätter und Blütenzweige von Ocimum Basilicum, e'ner aus Ostindien stammenden, bei uns in Gärten angebauten krautartigen Labiate von angenehmem aroma- matischen Gerüche, wird hauptsächlich als Ge würz, selten noch medizinisch angewandt und bildet auch einen Bestandteil des Kräuterschnupf tabaks. Es enthält im getrockneten Zustande etwa 1,50/0 ätherisches Öl und Gerbsäure. Bassiafett (lat. Oleum bassiae, frz. Beurre de Bassia, engl. Butter of Bassia), Sammelname für verschiedene Pflanzenfette, welche durch Auspressen der Samen von Bäumen der Gattung Bassia (Farn. Sapotazeen) in Indien und an der Westküste Afrikas gewonnen werden und zur Herstellung von Seife und Kerzen, in den Ursprungsländern auch als Nahrungsmittel Ver wendung finden. Die wichtigsten sind: i. II- lip^-Fett oder Mahwa-Butter von Bassia longifolia und latifolia, ein schmalzartiges, frisch grünlichgelbes, später weißes Fett von inten sivem Geruch. Der Schmelzpunkt des Fettes von Bassia latifolia liegt bei 25—30 °, von B. longifolia bei42°. 2. Shea- oder Galambutter von Bassia Parkii oder B. butyracea ist grau weiß bis grünlichweiß, besitzt aromatischen Ge ruch und schmilzt bei 28—30°. Bast (frz. Liber, engl. Bast). Im Handel ver steht man hierunter die innere, aus langen Fa sern bestehende Rindenschicht mancher Bäume (Baumbast), welche den Splint bedeckt und sich durch Abschälen gewinnen läßt. Die meisten Arten von B. zeichnen sich durch Zähigkeit, Biegsamkeit und Dauerhaftigkeit aus. Der B. ist ein unentbehrliches Bindematerial für Gärt ner und Baumzüchter und wird ferner zu Mat ten, Decken und Hüten, ähnlich dem Stroh so wie zu Bändern, Bastbändern (librebandes) für Zigarren verarbeitet. Der beste B. ist der Lin denbast (s. d.), weniger wertvoll der von Pap peln, Akazien, Weiden, Ulmen und Erlen. Be sonders gerühmt wird der Indianabast oder Raffiabast wegen seiner Weichheit und großen Haltbarkeit. Bataten, die Wurzelknollen von Convolvu- lus batatas, bilden das wichtigste stärkemehl haltige Nahrungsmittel weiter Tropengegenden und dienen zur Herstellung von Arrowroot. Baumöl (Olivenöl, lat. Oleum olivarum, frz. Huile d'olive, engl. Olive-oil) wird aus den Früchten des Ölbaums, Olea europaea, durch Auspressen gewonnen. Das bei niederer Tem- : peratur und gelindem Druck zuerst abfließende Öl heißt Jungfernöl (frz. Huile vierge, engl. Virgin oil) und findet als feinstes Speiseöl Ver wendung. Die durch stärkeres Pressen der er wärmten Masse erhaltenen weiteren Anteile (Baumöl, Nachmühlenöl, Höilenöl) dienen I zur Beleuchtung, zur Herstellung von Seife, Haaröl, Salben und anderen technischen Zwek- ken. Die Preßrückstände können schließlich noch mit Schwefelkohlenstoff extrahiert werden und liefern dann das Sulfuröl, oder ihnen wer den nach vorheriger Gärung durch Auskochen mit Wasser die letzten Reste als sog. Tour nanteöl entzogen. Besonders das letztere wird wegen seiner Emulgierbarkeit mit Laugen in i großen Mengen bei der Türkischrotfärberei be- j nutzt. Das reine Speiseöl, dessen feinste Sorten j als Jungfernöl, Provencer-, Aixer- und | s Nizzaöl bezeichnet werden, ist farblos bis hell gelb, während die weniger feinen, aus unreifen ^ Früchten gewonnenen Öle infolge eines Chloro- ^5 phyllgehaltes bisweilen grün aussehen. Das c Olivenöl besitzt einen milden und angenehmen * Geschmack. Sein spez. Gew. beträgt 0,914 bis ! e 0,920, die Refraktion 62,0—62,8. Bei n.ederer i r Temperatur erstarrt es zu einer weißen körni- - gen Masse. In chemischer Hinsicht besteht Oli- | £ venöl zu 2—250/0 aus festen Fetten, wie Pal- j mitin und Stearin, daneben enthält es etwa 6 0/0 Linolsäure, während der Rest als Olein an zusprechen ist. Als feinstes aller Speiseöle unter- _ * liegt es in hohem Grade der Verfälschung durch j minderwertige andere Öle, besonders Baumwoll- | samenöl, Erdnußöl, Sesamöl. Der Name Tafel öl, welcher früher im reellen Handel nur für i ! Olivenöl benutzt wurde,, ist jetzt auf zahlreiche j ; andere Speiseöle übertragen worden, und Sicher- , heit für Erlangung des reinen Erzeugnisses ist nur gegeben, wenn man ausdrücklich Ol.venöl, * Jungfernöl, Aixer-, Provencer- oder N.zzaöl ver langt. Allerdings ist auch im letzteren Falle noch ; eine gewisse Vorsicht geboten, weil ein findiger i Geschäftsmann unter dieser nur durch Einschie bung eines i in Nizziaöl veränderten Bezeich- nung gewöhnliches Erdnußöl vertrieb. Der : Nachweis der genannten Verfälschungen bietet ; übrigens besondere Schwierigkeiten nicht dar. j Die früher zur Ersparung des Eingangszolls all- | gemein übliche Denaturierung der technischen j Baumöle mit Terpentin oder ätherischen Ölen i ist neuerdings von geringerer Bedeutung, weil 1 nach dem letzten Zolltarif vom 25. Dezember ; 1902 die aus den Vertragsstaaten (Italien) in ; Fässern eingeführten reinen B. zollfrei sind. ; Die Reinheit muß durch das Gutachten eines von der Zollbehörde vereidigten Sachverständi- ! gen bescheinigt werden. Baumwolle (frz. Coton, engl. Cotton), einer der wichtigsten Rohstoffe des Welthandels, be steht aus den Samenhaaren verschiedener 4-rten i von Gossypiurn, einer Malvazee, als deren Stamm- 1 land Ostindien angesehen wird, die aber schon . frühzeitig in China, und bereits vor Christi Ge- ' burt in Arabien, Ägypten und am Persischen Meer- j busen angebaut wurde. Die Entdecker Amerikas ; n. o (u " V '•r a>. cr<W er n & o