Baumwollsamenöl 46 Behenöl und daher meistens als Düngemittel verwandt werden. Der ungeschälte oder mollige B. ist dunkelbraun, die bessere Sorte (ß. von Katania) heller gefärbt, als schlechteste Sorte gelten die syrischen. Geschälte B. werden namentlich von England und den Vereinigten Staaten eingeführt. Die B. dürfen nicht dumpfig riechen, noch sauer reagieren und müssen frei von Pilzwucherungen sein, wenn sie als Futter verwandt werden sollen. Die ungeschälten B. kommen auch im gemahlenen Zustande in den Handel. (Extraktionsmehl, Baumwollensamenmehl.) Baumwollsamenöl (Kottonöl, lat. Oleum Gossypii, frz. Huile de coton, engl. Cotton-oil), das fette Öl der Baumwollsamen, wird teils in den Herkunftsländern der Baumwolle selbst er zeugt, teils in Europa aus eingeführten Samen gewonnen. Das rohe B. ist trübe und dunkel braun und kann nur als Schmieröl benutzt werden, das raffinierte hat eine gelbe Farbe, erstarrt bei —■ 2bis3°C, hat ein spez. Gew. von 0,922—0,930 und wird teils als Brennöl, teils bei der Herstellung von Seife und neuerdings auch als Speisefett (Florida-Öl) sowie zum Verfälschen teurerer Öle verwandt. Zum Nachweise des B. erhitzt man 10 ccm mit einer Mischung von Amylalkohol und Schwefel in Schwefelkohlen stoff, wobei B. eine rote Färbung annimmt. Bauxit (Beauxit), ein nach der Stadt Les Beaux bei Arles benanntes Mineral, das in seinem Aussehen dem Bolus ähnelt und in seiner reinsten Form aus wasserhaltiger Ton erde, A1 2 0(0H) 4 , mit 73,93 °/o Aluminiumoxyd besteht, meist aber wechselnde Mengen Eisen oxyd und freie Kieselsäure enthält, findet sich in Form rotbrauner bis dunkelroter, bisweilen auch weniger gefärbter Adern und Knollen, die meist im Tagebau gewonnen werden. Die aus gedehntesten Lager besitzt Frankreich (Südfrank reich), das jährlich 3—400000 t gewinnt, ge ringere Mengen Deutschland (Vogelsberg), Öster reich (Steiermark, Krain und Dalmatien). Neuer dings sollen in Holländisch-Guyana ausgedehnte B.-Lager gefunden wordensein, jdie im Besitze nord amerikanischer Fabriken Ausbeuten von 425000 t liefern. B. ist das Ausgangsmaterial für die Herstellung der meisten Aluminiumverbindungen und des metallischen Aluminiums, und die deut sche Aluminiumindustrie, welche vor dem Kriege ganz auf die französischen Vorkommnisse an gewiesen war, schien durch die Abschneidung der Zufuhren stark bedroht. Sie konnte aber zunächst auf den sehr reinen, besonders kiesel säurefreien (weniger als 1 % Si0 2 ) Vogelsberger B. und dann auf die etwa 50000 t betragende Erzeugung der österreichischen Adriaküste zu rückgreifen, die für 10000 t Metall ausreichte. Später fand man ein Verfahren zur Verarbeitung gewöhnlichen Tons, wodurch Deutschland vom Ausland völlig unabhängig wurde. •— Weiter dient B. noch zur Ausfütterung der rotierenden Siemensöfen für Eisen- und Stahlbereitung und zur Herstellung feuerfester Tiegel. Baykuruwurzel (lat. Radix baycuru, frz. Ra cine de Baycuru, engl. Baycuru-root), die Wurzel der in Südamerika heimischen Plumbaginee Statice brasiliensis, besteht aus 0,5—2 cm dicken knolligen Stücken, die von einer schwar zen, rissig gewundenen Rinde umgeben sind und auf dem glänzend dunkelbraunen Querschnitt eine deutliche radiale Anordnung der Gefäßbündel zeigen. Die B. wird in Amerika als ausgezeichne- . tes Beruhigungsmittel bei Menstruationsschmer- | zen empfohlen. , Bayrum (Spiritus Myrciae comp.), ein ursprüng lich in den wärmeren Teilen von Amerika all gemein verbreitetes, jetzt auch in Europa viel benutztes Waschmittel für Kopf, Hände und den ganzen Körper, wird am besten auf St. Thomas und Jamaika aus den frischen Beeren und Blät tern des Baybaumes (Pimenta acris) durch Destillation mit feinem Rum hergestellt. Zur zeit gewinnt man es meist durch Vermischen von Rum, Wasser und Spiritus mit dem Bayöl (Bay-Rumöl, lat. Oleum Pimentae acris, Oleum Myrciae, frz. Essence de Bay, engl. Oil of Bay), dem zu, etwa 2,5% in den Blättern von Pimenta acris enthaltenen ätherischen Öle, das zu einem wesentlichen Teil aus Eugenol besteht, ein spez. Gew. von 0,965—0,985 besitzt und für sich einen Handelsartikel bildet. Bdellium (lat. Gummi s. Resina Bdellium, frz, Rösine od. Gomme bdellium, engl. Gum bdelli um), ein balsamisch riechendes Gummiharz aus Senegambien und der afrikanischen Ostküste, das von Balsamodendron africanum ab stammt. Das B. wurde früher zu Pflastern und als Räuchermittel verwendet, hat aber jetzt nur noch insofern Interesse, als es häufig in der käuflichen Myrrhe gefunden wird, der man es schon in den Herkunftsländern zusetzt. Auch im Senegalgummi will man es gefunden haben. Das afrikanische B. erscheint in kugeligen Stücken oder zusammengebackenen Massen von grünlichbrauner Farbe, besitzt einen dem Am moniakgummi ähnlichen Geruch und enthält, Harz, Gummi und ätherisches Öl. Eine andere 1 Sorte, das indische B., welches von Scinde aus ausgeführt wird und von Balsamodendron Muskal stammt, besitzt eine dunklere Farbe als das afrikanische und riecht terpentinartig. Bebeerurinde (Beberurinde, Bibirurinde, Sipeeririnde, lat.Cortex Berbeeru, frz.Ecorce de Berbere, engl. Berberu-bark), ein jetzt nicht mehr gebräuchlicher Gegenstand des Drogenhandels, stammt von Nectandra Rodiei, einem Baume Guyanas, der auch das unter dem Namen Green- heart bekannte Schiffsbauholz liefert, und be steht aus flachen, dunkelzimtfarbigen Stücken von bitterem Geschmack. Das in der B. ent haltene Alkaloid Bibirin oder Bebeerin ist nach neueren Untersuchungen identisch mit dem Buxin. Beet juice, ein durch Konzentrieren von Fleisch- saft im Vakuum erhaltenes Nährpräparat amerika nischen Ursprungs. Behenöl (Be.hennußöl, Beenöl, lat. Oleum Behen, Oleum balatinum, frz. Huile de Ben ailä, engl. Behen-oil), das fette Öl der Behennüsse (Nuces behen), der Samen eines auf Martini que und Guadeloupe wachsenden sowie auch in Oberägypten und Indien vielfach angepflanzten Baumes, Moringa pterygosperma oder M. oleifera, gehört zu den nicht trocknenden Ölen, ist dickflüssig, farblos oder blaßgelb und geruch los und hat das spez. Gew. 0,912. Es zeichnet sich durch große Haltbarkeit aus und wird vor allem nicht ranzig. Eine andere Sorte von Ja-